Wir müssen reden – die Initiative Krefelder Kunst- und Kulturschaffender wünscht einen offenen Dialog mit der Stadt Krefeld, um gemeinsam Lösungen gegen die akute, existentielle Bedrohung der freien Kulturlandschaft in Krefeld zu finden Aufgrund der gegenwärtig existentiell bedrohenden Situation der freien Kunst- und Kulturschaffenden, hatte sich die Initiative Wir müssen reden zu einem Schreiben – einem  Appell an den Oberbürgermeister und Kulturdezernenten Frank Meyer entschlossen, um in einem Dialog eine gemeinsame Lösung dieser Situation zu erarbeiten. Der enorme, sehr gemischte Kreis an Unterzeichner*innen zeigt, wie groß und allumfassend die derzeitigen Herausforderungen sind. Es wird deutlich, dass die Krise die Kultur im weiten Wortsinn erfasst hat: Künstler*innen, Designer*innen, Musiker*innen, Schauspieler*innen, aber auch der Bereich Gastronomie, Veranstalter, Techniker*innen, Club- und Galeriebesitzer*innen. Auch in Krefeld ist die Wertschöpfungskette des Kulturbetriebs eng miteinander verflochten. Angefangen bei Bühnen, über Theaterpersonal, bis hin zu Techniker*innen, Brauereien, Druckereien oder auch der Werbewirtschaft. Hilfsprogramme laufen an der Lebensrealität der Kulturschaffenden vorbei und reichen nicht aus. Werden öffentliche Kulturinstitutionen und deren Künstler*innen gestärkt, so stehen viele private Kulturmacher*innen und -orte vor dem Bankrott. Der Beitrag der Kultur wird unterschätzt, er sollte als existenzielle Daseinsfürsorge in unserer Stadt begriffen werden. Rein ökonomisch gesehen liegt der Beitrag der Kultur- und Kreativwirtschaft an der Bruttowertschöpfung Deutschlands 2018 mit 100,5 Milliarden Euro bereits an dritter Stelle.

Oberbürgermeister und Kulturdezernent Frank Meyer hat sofort reagiert und bekräftigt: Wir sind uns einig, dass es hier um sehr viel geht: um Stadtkultur, um Lebensgefühl, aber auch um Wirtschaftskraft, um Standortqualität und vor allem natürlich um viele individuelle Existenzen. Insofern haben Sie recht: Wir müssen reden. Und wir tun das bereits. In einer Arbeitsgruppe, die auch mit Beteiligung der freien Szene organisiert wurde, diskutieren wir seit einigen Wochen die Corona-Folgen und mögliche Wege aus der Krise.
In dieser Gruppe, die unter der Leitung der Kulturbeauftragten Dr. Gabriele König schon mehrfach getagt hat, geht es vor allem um mögliche Ersatzspielstätten, damit die Betreiber*innen kleinerer Räume unter Corona-Bedingungen trotzdem Veranstaltungen organisieren können. Um die neu gegründete Initiative Wir müssen reden an diesem Prozess zu beteiligen, hat der Oberbürgermeister zwei Vertreter in die Arbeitsgruppe eingeladen, um deren Ideen dort einzubringen.