Bis 12. Juni 2022   Herbert Zangs. Arbeiten mit Weiß   Krefelder Kunstverein e. V.   Buschhüterhaus   Westwall 124, 47798 Krefeld – Der Krefelder Kunstverein zeigt mit seiner neuen Ausstellung Herbert Zangs. Arbeiten mit Weiß, bis Juni 2022, zum ersten Mal Werke des Künstlers Herbert Zangs  aus privaten Sammlungen. Wo ich bin, ist vorne, mit diesem Selbstverständnis trat der Krefelder Künstler Herbert Zangs (1924-2003) gerne in der Kunstszene auf. Er galt als grenzenlos unbekümmert und neugierig, von überschäumender Vitalität und experimentierte in alle Richtungen. Bekannt geworden ist er vor allem durch seine seit 1952 entstehenden Verweißungen. Diesem bedeutenden Werkkomplex widmet sich Kurator Peter T. Josteit in der aktuellen Ausstellung Herbert Zangs. Arbeiten mit Weiß im Krefelder Kunstverein am Westwall. Alle Exponate stammen aus hiesigen Privatsammlungen und werden nun erstmals öffentlich gezeigt.

Die Ausstellung ist in der Zeit vom   13.5.-12.6.2022   zu den   Öffnungszeiten des Krefelder Kunstvereins   zu besichtigen

Zangs erste Arbeiten der gegenständlichen Malerei mit niederrheinischen Motiven werden noch stark von seiner Zeit an der Kunstakademie Düsseldorf Ende der 1940er-Jahre geprägt. Mit diesen Werken stellt sich rasch künstlerischer Erfolg ein: Das Kaiser- Wilhelm-Museum präsentiert mehrere Einzelausstellungen, 1952 erhält Zangs den Krefelder Kunstpreis. In dieser Zeit folgt aber auch ein radikaler Bruch seiner Kunst: Er arbeitet nicht mehr im Atelier, sondern in Werkstätten. Seine Bilder werden abstrakt, und er nutzt neue Techniken. Vor allem verwendet Zangs nur noch eine Farbe: Weiß
Im eigentliche Sinne schafft Zangs mit den Verweißungen keine Bilder mehr, sondern Reliefs, die ihre Wirkung durch ein Licht- und Schattenspiel erzielen. Zunächst gießt er Farbemasse auf Holz oder andere Untergründe. Es ist immer das Gegenteil von perfekt, sondern mit Störungen, so der Kurator. Den nächsten Schritt unternimmt Zangs, indem er Farbe auf unterschiedliche Weise strukturiert. Anstatt der klassischen Leinwand nutzt er vorgefundene, beschädigte Pappen, Sperrhölzer und andere Materialien, die er in seine Bildaussagen integriert. Dann folgen verweißte Objekte, zu sehen sind im Kunstverein unter anderem textile Verknüpfungen, eine Handtasche und Sandalen. Seine erste Ausstellung mit solchen neuen Werken 1956 in der Zimmergalerie in Frankfurt am Main bleibt ohne Resonanz. Der nationale und internationale Erfolg stellt sich erst in den 1970er- Jahren ein. Eine uneingeschränkte Akzeptanz dieser Werke wird dadurch erschwert, dass Zangs Arbeiten in die 1950er-Jahre rückdatiert. Er begründet dieses Vorgehen mit dem Argument, dass der Ursprung dieser Ideen in den frühen 1950er-Jahren lag und sukzessive weitergeführt und weiterentwickelt wird, erklärt Josteit.

Veranstalter Krefelder Kunstverein e. V.