Wie das Kunstmuseum Bochum bekannt gab, ist am Montag, 18. Juni 2018 der Krefelder Künstler Ingo Ronkholz nach kurzer schwerer Krankheit in Köln verstorben – Ingo Ronkholz, einer der wichtigen Vertreter der gegenwärtigen Bildhauerei, kam im Jahr 1953 in Krefeld zur Welt. Nach seinem Studium an der Werkkunstschule in seiner Geburtsstadt bei Detlef Orlopp, führte ihn der Weg an die Kunstakademie Düsseldorf in die Klasse von Gotthard Graubner, um im Anschluss von 1978-1980 einen Lehrauftrag für das Fach Zeichnen an der Universität zu Köln zu übernehmen. 1989 erhielt er den ersten von mehreren Preisen: den Grafikpreis des Landtages NRW Düsseldorf, ein Jahr später ein Stipendium der Stiftung Skulpturenpark am Seestern, Düsseldorf – 1992 den Rheinischen Kulturpreis und wurde 2001 Gründungsmitglied des ICPL (International Committee for the Preservation of Lascaux, Oakland, USA).
Noch im letzten Jahr, anlässlich der Ausstellung Ingo Ronkholz im Kunstmuseum Bochum – eine von zwei Schauen, die sich mit der eigenen Sammlung beschäftigten, übereignete Ingo Ronkholz dem Kunstmuseum Bochum ein Konvolut von Zeichnungen, weil er die Zusammenarbeit in den letzten Jahrzehnten und das besondere Verhältnis zu schätzen wusste und sich dem Haus eng verbunden fühlte.

Nichts darstellen. Nichts abbilden. Nur den Kräften folgen, die das Innere mit dem Äußeren verbinden’. Seit 35 Jahren ist Ingo Ronkholz dieser selbst gestellten Aufgabe treu. Diese Konsequenz machte den 1953 geborenen Künstler zu einem der wichtigen Bildhauer seiner Generation. Wie viele gleichaltrige Kollegen beeinflusste auch ihn die radikale Reduktion des Minimalismus. Wie Donald Judd, Bruce Nauman und Ellsworth Kelly beschritt Ingo Ronkholz neue Wege der Abstraktion. Anders als diese blieb er jedoch ein Künstler im traditionellen Sinn, er ist ein Bildhauer, für den die Zeichnung wichtig ist, und der klassische Techniken und Materialien Bronze, Eisen und Stahl schätzt. Immer jedoch sind es eigenständige Positionen, die in dieser Auseinandersetzung mit dem Material und den Prinzipien der Konstruktion geschaffen werden, seien es seine geschnittenen Reliefs, seine Collagen oder die mit den Augen begehbaren Räume seiner Plastiken. Was dabei entsteht, sind Denkräume, die einladen über das Zusammenspiel von Kunst und Architektur, Innen und Außen nachzudenken. (Klappentext Ingo Ronkholz – Der tatsächliche Raum 2013. Hg: Stadt Viersen, Städtische Galerie Iserlohn)