Die Stadt Krefeld verkauft das Stadthaus am Konrad-Adenauer-Platz an den Krefelder Investor renaissance AG, die auf die Sanierung und Wiederbelebung von besonderen Denkmalgebäuden spezialisiert ist. Der denkmalgeschützte Bau des Architekten Egon Eiermann wird zu einem internationalen Campus mit Kunstschwerpunkt // Oberbürgermeister Frank Meyer, Baudezernent Marcus Beyer und Investor Christian Baierl haben die Pläne nun vorgestellt. »Diese Entwicklung hat das Potenzial einer zweiten Geburt für das Stadthaus. Das markante und architektonisch herausragende Krefelder Gebäude hat nun eine Perspektive, von der die ganze Stadt profitieren kann«, erklärt Oberbürgermeister Frank Meyer. »Die renaissance AG hat hier ein absolut überzeugendes Konzept entwickelt, das nicht nur eine Zukunft für das Stadthaus eröffnet, sondern viele neue, kreative Menschen in unsere Stadt bringen wird, die unsere Stadtkultur und den Wirtschaftsstandort bereichern werden.« 

Studiengänge möglich für Fotografie, Medienkunst, Malerei, Grafik, Bildhauerei und Design
Auf dem Campus sollen sowohl eine private internationale Schule für Kinder und Jugendliche als auch eine staatlich anerkannte private Hochschule für Kunst und Design entstehen. Zu den Studiengängen könnten die Fächer Fotografie, Medienkunst, Malerei, Grafik und Bildhauerei sowie spezialisierte Designschwerpunkte gehören. Auch eine Sonderklasse für Textile Kunst ist geplant, die an die große Krefelder Tradition »Stadt wie Samt und Seide« anknüpfen soll. In die achte Etage sind eine Bar und ein Restaurant mit dem Namen Egons in Erinnerung an Egon Eiermann als Architekt geplant. Beides wird öffentlich zugänglich sein. Außerdem soll es eine studentische Kunstgalerie, Co-Working Spaces und eine Fachbibliothek geben. Freiflächen laden die Nachbarschaft zum Verweilen oder zum Spazieren durch einen Skulpturengarten ein. Weitere zur Verfügung stehende Flächen mit geplanter Hochschulnutzung sollen mit zusätzlichen ähnlichen Nutzungen verknüpft werden. Zum Beispiel könnten hier ein Ableger der International Business School oder Räume für ein Tanzensemble entstehen. 

Wohnraum für Studenten, Dozenten und Mitarbeitende der Hochschule
Auch Wohnraum für Studenten, Dozenten und Mitarbeitende der Hochschule wird in das Stadthaus einziehen. Christian Baierl und sein Team haben dafür vor, vor allem den Flachbau zu nutzen. »Mir war es wichtig, diesem besonderen Gebäudekomplex keine Idee überzustülpen, sondern eine neue Idee anhand der Eindrücke zu entwickeln«, sagt Baierl. »Die Räume sind offen, lichtdurchflutet – für mich ist das genau der richtige Ort für Kunst, für Leben und für Wohnen. Auch der Bezug zur alten Krefelder Textilgeschichte passt hier aufgrund der besonderen Historie des Gebäudes perfekt.« 

Christian Baierl ist in Krefeld geboren und hat hier rund 40 Jahre gelebt. Seine Frau ist Künstlerin an der Kunstakademie Düsseldorf. Die renaissance AG hat sich auf die Sanierung von außergewöhnlichen Immobilien spezialisiert. Zum Portfolio gehört zum Beispiel eine ehemalige Schuhfabrik in Wuppertal, in der 40 neue Wohnungen entstehen sollen. »Ich liebe Gebäude, ich liebe Denkmäler. Einen großen Teil meines Lebens habe ich in Krefeld verbracht, und das Stadthaus hat mich mit seiner besonderen Geschichte und seiner Architektur immer schon fasziniert«, erklärt er weiter. »In meiner Heimatstadt nun einen Entstehungsort für Kunst zu initiieren und so einen Beitrag für die Belebung der Wirtschaft in und um Krefeld zu leisten, ist für mich eine Herzensangelegenheit.« 

Die konkreten Planungen sind bereits so weit fortgeschritten, dass im kommenden Jahr die Bauanträge gemeinsam mit der Stadtverwaltung abgewickelt werden sollen. Die Stadt zieht das Haus entsprechend im Verlauf des nächsten Jahres leer. Insgesamt wurden im Rahmen des Ausschreibungsverfahrens sechs Gebote eingereicht. Der Hauptausschuss des Stadtrats ist in seiner Sitzung am 7. Dezember dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt und hat den Verkaufsbeschluss des Stadthauses an die Krefelder Firma renaissance AG Immobilien & Beteiligungen getroffen. Ähnlich wie Oberbürgermeister Frank Meyer schwärmt auch Baudezernent Marcus Beyer von den Entwicklungen: »Die Pläne von Christian Baierl sind herausragend und stachen im Rahmen des Ausschreibungsverfahrens gegenüber allen anderen deutlich hervor. Ich freue mich sehr, dass der internationale Campus ins Stadthaus einziehen wird.«