Das Stadtarchiv Krefeld hat ein Konvolut des Bauhauslehrers und -künstlers Georg Muche (1895-1987) erworben und sucht weitere Informationen | – Die Sammlung besteht aus eigenhändigen Briefen und Postkarten mit Unterschrift von Georg Muche an seine Schülerin Ruth Winterhoff sowie Ausstellungskatalogen, unter anderem aus deren Besitz. Engagiert vom Direktor Walter Gropius unterrichtete Muche von 1920 bis 1927 am Bauhaus in Weimar und Dessau. Dort lehrte er zusammen mit Lyonel Feininger, Johannes Itten, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Gerhard Marcks und Oskar Schlemmer. Von 1938 bis 1958 lebte der Künstler und Lehrer in der Samt- und Seidenstadt. Er war Leiter der Meisterklasse für Textilkunst an der Textilingenieurschule. Ruth Winterhoff wurde 1932 in Berlin geboren. Wieso die Familie nach Krefeld zog, ist nicht bekannt. Winterhoff studierte von 1952 bis 1954 bei Muche. 

Der Kontakt zwischen Schülerin und Lehrer blieb über Jahre erhalten sowohl brieflich als auch durch Besuche: »Sie sind mir sehr nah geblieben. Meine Frau und ich denken oft an sie«, schrieb Muche einmal. Die Korrespondenz bleibt in der Regel auf einer privaten Ebene, berufliche oder künstlerische Belange wurden nicht diskutiert. Es gibt nur Hinweise oder kurze Bemerkungen über Projekte oder Vorhaben. Neben dem Muche-Bestand im Archiv befinden sich einige seiner Kunstwerke im öffentlichen Raum, beispielsweise Fresken von ihm in der Volkshochschule. Nach seiner Pensionierung lebte Muche mit seiner Frau Elsa (1901-1980) in Lindau am Bodensee, wo er 1987 kinderlos verstarb. Das Grab des Bauhaus-Lehrers wurde schon vor einiger Zeit eingeebnet.

Über die Biografie von Ruth Winterhoff ist indes wenig bekannt. Ihre Familie wohnte Anfang der 1950er-Jahre an der Moerser Straße in Krefeld. Welcher Profession ihre Eltern dort nachgingen, ist nicht bekannt. Ruth Winterhoff zog nach München. Sie wohnte dort in der Agnesstraße 45 im Stadtteil Schwabing. In den 1980er-Jahren lebte sie in Germering bei München und in Ruhpolding. Recherchen seitens des Stadtarchivs über ihren Werdegang, ob sie eventuell noch lebt, blieben bislang ohne Ergebnis. Deswegen wünscht sich Richter, dass sich Bekannte oder Freunde melden von Ruth Winterhoff, die vielleicht durch eine Heirat einen anderen Namen annahm. Richter hofft, dass sie mehr über Ruth Winterhoff und ihre Familie in Krefeld berichten können.

Wer Einzelheiten kennt, kann sich per E-Mail an das Stadtarchiv wenden: stadtarchiv[at]krefeld.de