Corona-Krise: Schnelle und unbürokratische Hilfe für Künstlerinnen und Künstler und Beratung für die freie Szene  – »Wir spüren die Abwesenheit von Kultur«, sagt Oberbürgermeister Frank Meyer. Als doppeltes Dilemma bezeichnet Oberbürgermeister Meyer die schwierige Lage der Krefelder Kulturszene in Zeiten von Corona. Zum einen sei das kulturelle Leben für alle Bürger sehr stark eingeschränkt. »Durch die Abwesenheit dieser Angebote spüren wir noch mal besonders deutlich, wie wichtig Kunst und Kultur für die Deutung der Welt und für unser Zusammenleben sind. Die Kultur ist ein entscheidendes Medium im Miteinander von Menschen«, erklärte der Oberbürgermeister in der täglichen Corona-Pressekonferenz der Stadt Krefeld. Der andere Aspekt des Dilemmas sei die wirtschaftliche Situation der freien Kulturszene: »Künstler und Kulturschaffende sind dramatisch betroffen von den geltenden Kontakt- und Veranstaltungsverboten. Was dadurch an wirtschaftlichen Existenzen wegbricht, wird nicht am Tag X auf Knopfdruck wieder zur Verfügung stehen. Wir sind hier gefordert, damit es nicht zu einem Kahlschlag des kulturellen Lebens kommt«, betonte Frank Meyer, der auch Kulturdezernent der Stadt Krefeld ist.

Umso wichtiger sind die schnelle und unbürokratische Hilfe und Beratung für die freie Szene: »Durch gezielte Information und viele Einzelgespräche weisen wir den Kulturschaffenden den Weg, an die entsprechenden Fördertöpfe zu kommen. Das führt oft schnell zu einem Ergebnis – schon nach zwei oder drei Tagen kann der Förderbescheid da sein«, berichtete Dr. Gabriele König, Kulturbeauftragte der Stadt. Die Möglichkeiten reichen vom staatlichen Hilfspaket für Solo-Selbstständige und Kleinunternehmen über Liquiditätshilfen und Entschädigungen für entgangene Auftritte bis hin zu Darlehen und Änderungen bei GEMA und Künstlersozialkasse.

Um das kulturelle Leben für die Bürger auch in Zeiten von Corona aufrecht zu erhalten, haben sich die städtischen Kulturinstitute und Vertreter der freien Szene eine Menge einfallen lassen. »Es ist beeindruckend, wie engagiert in unseren Häusern Formate entwickelt werden, wie man in Kontakt zu den Besucherinnen und Besuchern bleiben kann«, sagt Frank Meyer. So entstehen Filme fürs Netz, Schauspieler lesen Geschichten für Kinder, Museen bieten virtuelle Rundgänge durch ihre Ausstellungen an. Auch interaktive Projekte und Seminare per Internet bis hin zum Musikunterricht per Skype werden angeboten. »Alle haben sich innerhalb kürzester Zeit umgestellt, haben sich nicht eingeschlossen, sondern ihre Nutzer trotzdem weiter im Blick behalten«, betont Gabriele König.