Umfangreiche Publikation zu »Peru – Ein Katzensprung« erschienen Deutsches Textilmuseum Krefeld veröffentlicht neue Forschungsergebnisse  |  –  Das Deutsche Textilmuseum Krefeld zeigt zurzeit die Ausstellung »Peru – Ein Katzensprung«. Dazu ist nun eine umfangreiche Publikation erschienen. »Es ist ein Bestandskatalog. Es geht aber weit drüber hinaus«, betont Dr. Annette Schieck, Leiterin des Deutschen Textilmuseums. In zwölf Aufsätzen richten die Autor*innen ihren Blick auf unterschiedliche Aspekte der präkolumbischen Sammlung des Deutschen Textilmuseums Krefeld.

Die Bandbreite reicht dabei von einer ersten biografischen Arbeit über die langjährige Leiterin der Krefelder Gewebesammlung, Dr. Renate Jaques, über archäologische Grabungen bis zu den »Haar-Produzenten« für die präkolumbischen Stoffe in Südamerika. Im zweiten Teil der Publikation wurden alle Exponate der aktuellen Ausstellung dokumentiert – nicht der präkolumbische Gesamtbestand. »Wir haben bewusst genügend übrig gelassen, damit spätere Generationen noch an der Sammlung forschen können«, so die Museumsleiterin.

Der erste Teil mit wissenschaftlichen Beiträgen ist eine spannende Exkursion rund um die Grundthematik  –  So erfahren die Leser unter anderem von einem Vulkanologen auf Abwegen, Wilhelm Reiß, der eine archäologische Ausgrabung im Gräberfeld von Ancón 1875 unternahm. »Wir sind auch sehr froh, dass wir Petra Schwimm vom Zoo Krefeld gewinnen konnten. Sie hat sich mit den Haar-gebenden Tieren wie Alpakas und Lamas beschäftigt«, so Schieck. Dr. Isa Fleischmann-Heck, stellvertretende Museumsleiterin, erforschte die hauseigene Ausstellungsgeschichte der peruanischen Textilien mit einem besonderen Fokus auf eine 1959 gezeigte Präsentation. Silke Büchel, wissenschaftliche Volontärin am Textilmuseum, widmet sich der in Peru geborenen Elena Izcue. Sie nutzte bereits in den 1930er-Jahren als Textildruckerin in Paris altperuanische Motivvorlagen für ihre Designs. Die erste biografische Zusammenfassung über die Leiterin der Gewebesammlung, Dr. Renate Jaques, schließt eine Forschungs- und Wissenslücke am Textilmuseum. »Über sie hat man in Krefeld kaum etwas gewusst«, sagt Schieck. Sie hat sich bereits vor dieser Publikation mit dem Leben von Renate Jaques beschäftigt. Diese und neue Erkenntnisse über die Kunsthistorikerin, Textilforscherin und Netzwerkerin fließen in ihren Beitrag ein. Eine große Arbeitsleistung Jaques‘ besteht in der Neuerstellung der Sammlungsdokumentation mit rund 12.000 Objekten. Während des Zweiten Weltkrieges verbrannte diese Übersicht. Dabei entwickelte sie wohl eine besondere Vorliebe für die peruanischen Sammlungsteile. Dieses Interesse vertiefte sie in den 1960er-Jahren während zweier Aufenthalte in Südamerika. Trotz der intensiven Recherche bleiben aber auch Fragen über den Lebensweg von Renate Jaques offen. Auch der Ort ihres Grabes sei bislang unbekannt.

»Peru – ein Katzensprung. Die Sammlung präkolumbischer Textilien im Deutschen Textilmuseum Krefeld«  |  320 Seiten  |  363 Abbildungen  |  Verlag Nünnerich-Asmus  |  49,- Euro

Das Buch ist unter anderem im Museumsshop am Andreasmarkt erhältlich.
Weitere Informationen über die aktuelle Ausstellung stehen unter Deutsches Textilmuseum Krefeld.

 

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