Der Archäologische Landschaftspark Gelduba soll ein Glanzstück im UNESCO-Welterbe werden – Mit dem Archäologischen Landschaftspark Gelduba möchte Krefeld beim geplanten UNESCO-Welterbe Niedergermanischer Limes eine wichtige Rolle spielen. Der geplante Landschaftspark soll das frühere römische Kastell Gelduba – welches vom 1. bis zum 5. Jahrhundert nach Christus mit seinen zivilen Siedlungen und Handelshäusern die Existenz und Blüte des Ortes weit über das Ende der römischen Zeit hinaus sicherte, vor Ort auch für auswärtige Besucher erfahrbar machen. Gleichzeitig soll ein attraktives Naherholungsgebiet mit Fitnesspark, Abenteuerspielplatz und Grillplätzen entstehen. Wir möchten zwischen Xanten und Köln der zentrale Limes-Vermittlungspunkt sein. Der Landschaftspark wäre ein wichtiger Baustein für die Präsentation unseres kulturellen Erbes, erklärte Jennifer Morscheiser – Leiterin des Museums Burg Linn.
In den kommenden Monaten werden die Voraussetzungen für die Genehmigung des Parks genauer geprüft. Auch die Finanzierung im geplanten Kostenrahmen von rund 1,2 Millionen Euro muss noch gesichert werden. Mögliche Partner für das Projekt hat die Museumsleiterin bereits gewonnen, unter anderem die Hochschule Niederrhein, die Fresenius-Universität Düsseldorf, die Goethe- Universität Frankfurt, den Krefelder Hafen, das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege, den Stadtsportbund und den Bürgerverein Gellep-Stratum.
Die Einrichtung des Landschaftsparks und die Bewerbung des Niedergermanischen Limes als Welterbe bei der UNESCO sollen nach Möglichkeit ineinandergreifen. Letztere läuft bereits: Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und die Niederlande haben eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet, alleine in NRW sind 19 Kommunen an der Bewerbung beteiligt. Der gemeinsame Antrag soll in rund zwei Jahren zum Erfolg führen. Mit der Anerkennung des Niedergermanischen Limes wären die Grenzen des Römischen Reiches als Welterbe in Nord- und Zentraleuropa komplettiert.

Teile des damaligen Kastells Gelduba liegen noch vollständig erhalten unter dem Erdboden in Gellep-Stratum. Heute befinden sich dort Wiesen, Gestrüpp und ein verwilderter Aufenthaltsbereich, der laut Morscheiser wenig eindrucksvoll daherkommt. Mit dem Archäologischen Landschaftspark soll sich das grundlegend ändern. Durch die Rekonstruktion eines Kastell Turms sowie entsprechende Bepflanzung und Wegeführung sollen die Dimensionen von Gelduba für die Besucher erfahrbar werden. Per Handy-App sollen sie zudem auf virtuellem Weg die imposante Festung der Römer betrachten können. Ein Abenteuerspielplatz mit archäologischem Hintergrund und ein Grillplatz mit Hafenblick soll zusätzliche Aufenthaltsqualität schaffen. Die Umgebung soll über Radwege und einen Fitnesspfad an das vier Hektar große Areal angebunden werden.