Montag 21.6.2021   18.00 Uhr   Reihe »Montagsimpulse«   Online-Vortrag   Katharina Peters   Sind wir zu intolerant? Antiziganistische Stereotype in deutschen Polit-Talkshows   NS-Dokumentationsstelle Krefeld   | Anmeldung erforderlich | kostenfrei | – In der Reihe »Montagsimpulse« der NS-Dokumentationsstelle Krefeld spricht die Mitarbeiterin am Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung - Katharina Peters in einem Online-Vortrag zum Thema: Sind wir zu intolerant? Antiziganistische Stereotype in deutschen Polit-Talkshows.
Die WDR-Talkshow Die letzte Instanz stand Anfang dieses Jahres zu Recht unter scharfer Kritik. Allerdings ist sie nur die kondensierte Form dessen, was in deutschen Debatten-Shows gang und gäbe ist. Die öffentliche Aufmerksamkeit auf Die letzte Instanz soll zum Anlass genommen werden, die generellen Defizite des Formats Talkshow und das mangelnde Diversitätsbewusstsein vieler Redaktionen in den Fokus zu rücken. Dabei kommt den Medien besonders im Umgang mit Minderheiten eine gesteigerte Sorgfaltspflicht zu. Im Falle von Berichterstattungen über ‘Sinti und Roma‘ trifft das medial verbreitete ‘Wissen’ in gesteigertem Maße auf Unwissen und Gleichgültigkeit in breiten Teilen der Gesellschaft. Durch welche Strategien und Merkmale ist die Diskursivierung der Minderheit innerhalb der Diskussionsrunden gekennzeichnet? Im Rahmen welcher Themenfelder wird überhaupt über ‘Sinti und Roma‘ berichtet? Welche Leerstellen es gibt und welche Symbole lassen sich ausmachen? Katharina Peters rückt problematische Berichterstattungen in den Fokus und zeigt gleichzeitig auf, wie solche Strukturen erkannt und kritisch hinterfragt werden können. Neben der Forderung nach einer diskriminierungssensibleren Berichterstattung durch die Medien kann jede*r auch das eigene Rezeptionsverhalten reflektieren und zu einer offeneren Haltung hin verändern.

Anmeldung per E-Mail unter   ns-doku[at]krefeld.de
Nach der Anmeldung wird der Teilnahme-Link zugesendet.
Die Veranstaltung ist kostenfrei – das Haus freut sich über eine Spende

Katharina Peters (*1987) studierte Germanistik, Anglistik, Literatur- und Kulturwissenschaften und lebt im Ruhrgebiet. Als Mitarbeiterin am Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung und als Lehrbeauftragte arbeitet sie zu den Themen Rassismus, Antiziganismus und Gender Studies – insbesondere in den Medien. Im April 2021 erschien ihre Arbeit Das deutsche Fernsehen und der Fall ›Rassismus‹. Mediale Inszenierungen von Sinti und Roma im Tatort und in politischen Talkshows im Unrast-Verlag, für das sie mit dem Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien 2020 (Förderpreis) ausgezeichnet wurde.

Veranstalter NS-Dkumentationsstelle / Kulturbüro der Stadt Krefeld