Realisierung bis 2025 soll auch mit Spenden ermöglicht werden // Die NS-Dokumentationsstätte plant mit der Unterstützung des Villa-Merländer-Vereins die Neugestaltung der Dauerausstellung. Die Realisierung soll bis zum Sommer 2025 anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Villa Merländer an der Friedrich-Ebert-Straße abgeschlossen sein. »Mit der Konzeption sind wir schon sehr weit fortgeschritten«, berichtet Sandra Franz, Leiterin NS-Dokumentationsstelle. Damit möglichst viele Ideen umgesetzt werden können, wie der Einsatz von modernen Medien oder transportablen Modulen für die Vor-Ort-Arbeit in Schulen, werden neben Fördergeldern auch Spenden von Privatleuten oder Unternehmen benötigt. »Wir freuen uns über jeden, der eine kleine oder große Summe spendet, egal wie viel«, so Franz. Über einen neuen Flyer und auf der Internetseite des Vereins erhalten Interessierte ab sofort Informationen über geplante Themenschwerpunkte wie »Entartete Kunst« oder »Zwangsarbeiter«, für die Unterstützer gezielt spenden können. 
Über 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg können nur noch sehr wenige Menschen über ihr Leben zur Zeit des Nationalsozialismus berichten. Das eigene Erlebte gerade Schülern zu erzählen, der persönliche Kontakt mit Kindern und Jugendlichen bewirkt bei den jungen Menschen, dass sie die Relevanz von Geschichte für ihre Gegenwart begreifen konnten. Diese Möglichkeit wird es bald gar nicht mehr geben. Deswegen werden neue Weg der Vermittlung benötigt. »Vor diesem Hintergrund möchten wir die Dauerausstellung in der Villa Merländer neu gestalten«, so Franz. 

Die neue Dauerausstellung soll nicht nur ein Ort der Dokumentation von Verfolgung sein, sondern auch das Leben von Menschen vor, während und nach der NS-Diktatur dokumentieren: Den Ausgangspunkt bildet in einem Bereich der neuen Dauerausstellung der ehemalige Villenbesitzer Richard Merländer. Seine Biografie leitet zu anderen Themen wie »Entarte Kunst« weiter. Die Verfolgung und Ermordung jüdischer Mitbürger bleibt weiterhin ein wesentliches Thema. Ein verstärkter Blick richtet sich künftig jedoch auch auf Biografien von Menschen aus Opfergruppen wie den Homosexuellen, Sinti und Roma und den Zwangsarbeitern in Krefeld. »Wir sind die Erinnerungsstätte für alle NS-Opfer«, betont Franz. Zudem sollen lokale Täter und ihre Biografien thematisiert werden. Bei der Darstellung soll es keine Beschränkung auf die NS-Zeit geben. »Es geht um Kontinuitäten vor 1933 und nach 1945«, sagt die Institutsleiterin. Das sei auch ein Weg, das Thema ins Heute zu übertragen. Im Jahr 1933 sei eben keine Klappe plötzlich aufgegangen und die Nazis waren da – und 1945 seien sie nicht einfach wieder verschwunden.

Weitere Informationen und Videos über die verschiedenen Themenschwerpunkte stehen unter: Villa Merländer 

Friedrich-Ebert-Straße 42, 47799 Krefeld
02151 58360

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