Mit einem offenen Brief zum neu gestalteten Joseph-Beuys-Platz vor dem Kaiser Wilhelm Museum haben sich ca. 90 UnterzeichnerInnen, mehrheitlich AnwohnerInnen oder Innenstadtbewohner, an den wiedergewählten OB Frank Meyer und die neu gewählten Mitglieder des Stadtrates Krefeld gewendet, mit der nachdrücklichen Bitte den Platz zukünftig gänzlich vom Autoverkehr frei zu halten – … just vor Beginn der neuen Legislatur wurde in den vergangenen Wochen der neue Joseph-Beuys-Platz vor dem KW-Museum fertiggestellt und – Corona bedingt – in aller Stille, ohne Fest eröffnet. Dabei hat das der neue Platz nicht wirklich verdient: ja, es fehlt die grüne Bepflanzung und insgesamt würde man heute, wo der Klimawandel für alle offensichtlich ist, einen anderen Entwurf bevorzugen. Aber insgesamt müssen wir doch sagen: Der damalige Einsatz für den Platz hat sich sehr gelohnt: Es ist eine großzügige Fläche entstanden, die dem Museum ein gutes Gegengewicht gibt. Der Platz wurde in den vergangenen Wochen bereits eifrig von BürgerInnen der Stadt genutzt, und dies nicht nur zum Alkoholkonsum, wie es im Vorhinein oft befürchtet wurde: nun sind viele Familien zu sehen, Kinder spielen im Brunnen, rennen hindurch über den Platz, und Menschen sitzen Kaffee trinkend und ohne Hektik unter dem großen Baum vor dem Museum. Was möchte man mehr? …
… Der Platz wird erst zum richtigen Platz, wenn der Autoverkehr außen vorbleibt. Er wird zudem im kommenden Jahr durch die Außengastronomie des neu entstehenden Cafés noch weit mehr belebt werden. – Kinder, Erwachsene und ältere Menschen können ungezwungen auf dem Platz hin und her laufen und werden nicht vom durchfahrenden Autoverkehr gefährdet. – Es wird keine zu schnell fahrenden Autos geben und keine Autos, die unberechtigterweise am Platz parken …
… Werden Sie den Bemühungen um eine Verkehrswende in Krefeld jetzt gerecht: Die AutofahrerInnen haben sich durch die lange Bauzeit mittlerweile andere Wege gesucht und sind dabei, einen neuen, entschleunigenden, innerstädtischen Platz schätzen zu lernen. Fangen Sie hier am Platz an, die ‘fahrradgerechte Stadt’ umzusetzen! Keine weitere ‘Halbheit’, wie wir sie in Krefeld bereits oft erlebt haben! Seien Sie mutig und lassen den Platz frei vom Autoverkehr. Dies wird dem Museum guttun, aber auch den AnwohnerInnen, Gastronomen und Geschäften am Platz.