Die Stadt Krefeld hat die Herkunft von vier Gemälden des niederländischen Künstlers Piet Mondrian (1872-1944) umfangreich untersuchen lassen. – Die Bilder mit den Bezeichnungen Tableau No. VIITableau No. XTableau No. XI (alle 1925) und Komposition IV (1926) befinden sich im Besitz der Kunstmuseen Krefeld. Nachfahren des Mondrian-Erben Harry Holtzman fordern die Herausgabe der Kunstwerke, mit der Behauptung, die Werke seien seinerzeit veruntreut worden. Dieser Sachverhalt soll über Jahrzehnte verschleiert worden sein. Die Stadt Krefeld hat diese Vorwürfe ernst genommen und zum Zwecke einer gründlichen Überprüfung der Sachlage die Wissenschaftlerinnen Dr. Katja Terlau und Dr. Vanessa-Maria Voigt mit einer umfassenden Provenienzforschung beauftragt. Die Ergebnisse dieser Forschung in Form eines Provenienz-Dossiers liegen nun vor. Es spricht demnach alles dafür, dass sich die Mondrian-Arbeiten rechtmäßig im Besitz der Stadt Krefeld befinden. Auch der Rechtsbeistand der Stadt Krefeld, Prof. Dr. Peter Raue, sieht sich durch das Dossier in seiner rechtlichen Bewertung bestätigt: Die Gegenseite konnte bislang kaum mehr als Mutmaßungen und unbelegte Verdächtigungen vorlegen. Durch das Provenienz-Dossier erhalten wir nun eine solide Faktengrundlage zur Historie der Bilder und zu ihrem weiteren Weg in den vergangenen fast 100 Jahren. Einen Beweis im juristischen Sinne liefert die Untersuchung zwar nicht – das war aufgrund der lange zurückliegenden Ereignisse und der teils schwierigen Quellenlage auch nicht zu erwarten, aber wir haben nun belastbare, schlüssige Tatsachen, die unsere rechtliche Bewertung stützen. Für mich besteht kein Zweifel daran, dass die Kunstwerke rechtmäßig in den Besitz des Museums gekommen sind und in die Sammlung der Krefelder Kunstmuseen gehören.