Ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützen die Arbeit im Stadtarchiv Krefeld. Durch ihre Hilfe können Bestände für Besucher nutzbar gemacht werden. Das Archiv sucht weiterhin nach Unterstützung. Wer Interesse hat, kann sich an das Stadtarchiv wenden | – 900 000 Fotonegative erschließen – das ist eine gewaltige Herausforderung. Angenommen hat diese Thomas Sieben im Stadtarchiv Krefeld. Der Lehrer im Ruhestand begann als ehrenamtliche Kraft im vergangenen Herbst, den Bestand des Krefelder Pressefotografen Axel Gayk zu erfassen. Das bedeutet, er schaut sich jedes Negativ an und gleicht es mit den Tageszeitungen aus den 1950er-Jahren bis in die 2000er- Jahre und den dazugehörigen Berichten sowie Meldungen ab. Dabei entdeckte er sich sogar selbst auf einer Aufnahme von 1958: Da sitzt er auf dem Schoß einer Krankenschwester im Uerdinger Josefshospital. Ich kenne das Foto, aber ich wusste nicht, dass es von Axel Gayk ist, sagt der gebürtige Krefelder.
Die ehrenamtliche Arbeit von Thomas Sieben bildet einen wichtigen und wertvollen Beitrag für das Archiv. Durch seine Datenverarbeitung können Benutzer mit Schlagworten nach Fotos suchen. Etwa fünf bis sechs Stunden kommt Sieben jede Woche ins Archiv. Bei der Durchsicht der Gayk-Fotos fiel ihm unter anderem auf, dass es heute viel mehr Bäume in Krefeld gibt.

Die Hilfe von ehrenamtlichen Kräften in Archiven ist weit verbreitet, die Aufgaben vielfältig. Wir suchen immer nach Unterstützung, sagt der stellvertretende Leiter, Christoph Moß. Einiges könne durch die festen Mitarbeiter eben nicht zeitnah bearbeitet werden, sodass man froh sei, wenn freiwillige Helfer dieses übernehmen. Die Erschließung der Reden des ehemaligen Krefelder Oberbürgermeisters Dieter Pützhofen von 1982 bis 1989 und von 1994 bis 2004 ist eine solche Arbeit. »Auch das ist ein großer Gewinn für unsere Nutzer«, betont Moß. 

Seit März widmet sich Wilfried Sahlmann diesem Bestand. Mich hat das Thema gereizt, sagt der ehemalige IT-Berater, der seit den 1980er-Jahren in Krefeld wohnt. Durch die Beschäftigung mit diesen Quellen reflektiere er noch mal die Ereignisse aus der Vergangenheit. Ich finde heraus, was ich damals nicht wahrgenommen habe, beziehungsweise gewinne die Sicht der Politik dazu, so Sahlmann. In der Woche komme er für einen Tag in das Archiv, um an seiner Aufgabe weiterzuarbeiten. 

Wer Interesse an einer ehrenamtlichen Mitarbeit hat, kann sich an das Stadtarchiv wenden unter   Stadtarchiv Krefeld, Girmesgath 120, 47803 Krefeld   02151 – 86 27 01   oder unter   stadtarchiv[at|krefeld.de

Voraussetzungen: Wer im Archiv ehrenamtlich mitarbeiten möchte, sollte auf jeden Fall über ein Zeitbudget von mindestens vier Stunden pro Woche verfügen. Das Interesse an historischen Themen sowie ein Sinn für Ordnung und Struktur sind hilfreich. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht, Vorwissen ist nicht notwendig. Neue Kräfte werden von den Mitarbeitern des Stadtarchivs eingearbeitet.