Das Museum Burg Linn in Krefeld kann weitere Schätze aus seinem historischen Bestand mit weltweit einzigartigen Publikationen restaurieren. Es erhielt Fördergelder in Höhe von 25.000 € für das Projekt »Seltene Drucke des 15. bis 18. Jahrhunderts« | – Die Mittel stammen aus dem Kulturetat der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters. Das Museum Burg Linn hat sich um die Förderung beworben, um weitere Bücher aus dem Bestand der historischen Bibliothek restaurieren lassen zu können. Hinzu kommen der 50-prozentige Eigenanteil von jeweils 12.500 Euro vom Förderverein Freunde der Museen Burg Linn sowie aus dem Etat der städtischen Abteilung »Region und Europa«.

»Mit diesen Geldern können wir weitere Bücher und Atlanten unseres einzigartigen Schatzes für die nächsten Generationen sichern«, bedankt sich Museumsleiterin Dr. Jennifer Morscheiser. »Gerade in der Corona-Zeit, in der unserem Förderverein ganz viele finanzielle Mittel durch fehlende Führungen wegbrechen, freuen wir uns besonders, dass er trotzdem diese große Summe zugesagt hat und übernimmt«, sagt Morscheiser. Einige der Publikationen lassen sich weltweit nur noch in dem historischen Bestand in Krefeld mit seinen rund 4.000 Publikationen nachweisen. Die ältesten Ausgaben, wie eine Handschrift, stammen aus dem 15. Jahrhundert. Sie sind Teil einer 15.000 Bände umfassenden Arbeitsbibliothek und werden – vergleichbar dem Bestand im Rokokosaal der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar – immer noch für die wissenschaftliche Arbeit genutzt. Ralf-Günter Stefan bearbeitet seit vielen Jahren ehrenamtlich den Bestand der historischen Bibliothek. Der ehemalige Düsseldorfer Kriminalhauptkommissar hat für einzelne Bücher den Restaurierungsbedarf bestimmt und sich um Fördermöglichkeiten gekümmert. »Durch sein Engagement können wir diesen Teil des Krefelder Erbes dauerhaft bewahren«, sagt die Museumsleiterin.  

Bereits im vergangenen Jahr konnte das Museum 50.000 € Fördermittel in die Restaurierung investieren. Die Schäden an den teils einige Hundert Jahre alten Büchern sind sehr unterschiedlich, beispielsweise der Kupferfraß. Dabei handelt es sich um eine chemische Reaktion, verursacht durch verwendete Grünpigmente aus Grünspan, welche das Papier brüchig macht und zerfallen lässt. »Für die Aufarbeitung unsere Bücher beauftragen wir Spezialisten, Papier- und Buchrestauratoren in Deutschland«, so Morscheiser.