Die Geschichte des Bismarckviertels auf Stromkästen – ein Gemeinschafts-Projekt der Anlieger und der NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld – Die NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld unterstützt mit Bildmaterialien und Texten ein Projekt im Bismarckviertel in Krefeld-Cracau, umgesetzt von der Anliegerin Ina Frank. Die Idee für das Stromkasten-Projekt geht auf die Initiative des Messe- und Ausstellungsunternehmers Reno Müller zurück, der seit 2 Jahren im Viertel wohnt und den die grauen Stromkästen von Beginn an gestört haben. Unterstützt wird er durch den Bürgerverein Bismarckviertel, der die entstehenden Material-Kosten übernimmt. Über 40 Stromkästen sind mittlerweile durch Nachbarschaftshilfe verschönert worden.

Die sechs neuen Stromkästen – gelegen in der Mitte zwischen den Häusern Friedrich-Ebert-Straße Nr. 23 und Nr. 42, zeigen nach ihrem neuen Anstrich und den anschließend aufgebrachten Bildern, die Geschichte der Familien, welche dort ihr Zuhause hatten, bis sie im Nationalsozialismus brutal vertrieben wurden. In der Hausnummer 23 lebte die Familie Meyer, das Ehepaar Karl und Martha mit den Töchtern Ruth und Ilse und später mit der Großmutter Emilie, denen die Krefelder Autorin Ulrike Renk mit ihrer Seidenstadtsaga ein literarisches Denkmal setzte. In der Hausnummer 42 lebte der Seidenhändler Richard Merländer – in dessen Haus sich heute die NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld befindet.

Die mit den beiden Häusern verknüpften Geschichten, können nun auf den Kästen nachgelesen werden. Sie ermöglichen es dem Betrachter, sich mit dem Schicksal dieser Familien im Nationalsozialismus auseinanderzusetzen und stehen exemplarisch für zahlreiche weitere vergleichbare Geschichten auf den benachbarten Straßen und in der Stadt. Viele weitere Kästen werden sukzessive zu den bereits gestalteten hinzukommen und von Menschen, Gebäuden und der Entwicklung der Stadt Krefeld erzählen. So kann der Spaziergänger im Bismarckviertel spannende Geschichte erlaufen.