Das neue Café im Kaiser Wilhelm Museum soll pünktlich zum Beuys-Jahr 2021 fertiggestellt sein – Nach einem Entwurf des Designers Robert Stadler, der aus Wien stammt und in Paris arbeitet, soll das Café nicht nur gemütlich und wohnlich erscheinen, sondern gleichzeitig eine künstlerische Installation sein, die an die Tradition ortsspezifischer Arbeiten im Kaiser Wilhelm Museum und in den Häusern Lange und Esters anschließt. Wichtige Fixpunkte sind Thonet-Stühle als Verweis auf Wiener Café-Kultur, elegant geschwungene Tische, bequeme Polstermöbel mit Lounge-Charakter und ein gelber Vorhang, der an das Berliner Café Samt und Seide erinnert. 1927 hatten Ludwig Mies van der Rohe und Lily Reich diesen berühmten Entwurf für einen Messestand der deutschen Seidenindustrie gestaltet. Doch neben der Kunst soll auch die praktische Nutzbarkeit eine wichtige Rolle spielen. Gemeinsam mit dem designierten Pächter des Cafés wird derzeit die Ausstattung der Küche besprochen. Auch die Akustik, die stets Anlass zur Kritik geboten hatte, soll in Zusammenarbeit mit Robert Stadler durch Stoffe, Teppich und mobile Wände verbessert werden.
Zur geplanten Eröffnung des Innenraums im März 2021 soll das Beuys-Jahr mit einer ersten Ausstellung bereits seine Schatten voraus werfen, bevor im Oktober mit einer großen Schau zu Beuys und Duchamps der Höhepunkt erreicht wird. Möglichst bis zum Sommer soll auch die Außenterrasse komplett umgestaltet sein.

Die Finanzierung steht und die konkrete Planungsphase beginnt im Juli. Die Corona-Krise war dabei Fluch und Segen zugleich denn einerseits machte die Epidemie das weitere Einwerben von externen Geldern aus Stiftungen, Fördertöpfen und von Unternehmen so gut wie unmöglich. Aber andererseits wurden dadurch Mittel aus Ausstellungen frei, die aufgrund der  Corona-Situation nicht stattfinden können. Die Sponsoren, die wir bereits von unserer Idee überzeugt hatten, stehen trotz der schwierigen Zeiten zu ihrem Wort. Wir werden Sachspenden für das Café im sechsstelligen Bereich erhalten, sagt Katia Baudin. Das Finanzvolumen beziffert sie auf insgesamt rund 420.000 Euro für den Innen- und Außenbereich.