Bewerbung ab 1. August 2020 – Die Stadt Krefeld plant im Januar 2021 auf der Burg Linn erstmals einen Krefelder Preis für Fantastische Literatur zu verleihen – Die Auszeichnung mit dem fantasievollen Namen Pentagondodekaeder ist mit 10.000 € dotiert und würdigt herausragende Romane oder Graphic Novels in deutscher Sprache, die sich mit Märchen, Sagen, Fantasy, Science-Fiction und anderen Inhalten der Fantastik beschäftigen. Der Preis, der in Form eines zwölfseitigen Würfels (Pentagondodekaeder) überreicht wird, soll ab 2021 alle zwei Jahre vergeben werden. Wir haben alles, was man braucht, um einen solchen Preis bundesweit zu etablieren: eine Tradition als Literaturstadt, eine aktive Fantasy-Szene am Niederrhein und eine mittelalterliche Burg, die zuletzt einen klaren Schwerpunkt auf Fantasy gesetzt hat, betont Oberbürgermeister Frank Meyer. Der zwölfeckige Würfel, der als Vorlage für die Trophäe des Pentagondodekaeders dienen wird, ist ein archäologisches Fundstück aus dem nahe gelegenen Gelleper Gräberfeld, das in der Dauerausstellung im Museum Burg Linn zu sehen ist. Das ‘Pentagondodekaeder’ ist eins der spannendsten Rätsel der Archäologie, weil bis heute niemand weiß, was eigentlich sein Zweck war. Die Theorien gehen von Feldkochofen über Strickliesel bis hin zum Vermessungsgerät, erzählt Jennifer Morscheiser. Entsprechend soll bereits dieses Objekt, das der Preisträger als Kopie erhält, die Fantasie anregen.

Bewerbungen für den Hauptpreis Pentagondodekaeder von Verlagen und Autor*innen sind ab 1. August 2020 möglich.

Durch Lesungen, Ausstellungen und ein Festival der Fantasie, das schon zur Premiere 1800 Besuchern anlockte, ist die Burg Linn mehr und mehr in den Fokus der Fantasy-Fans geraten. Wir sind von Anfang an geradezu überrannt worden – und zwar nicht nur von Menschen, die sich ohnehin für das Genre interessieren, sagt Morscheiser. Inzwischen gebe es sogar Anfragen von internationalen Autoren, die auf der Burg Linn lesen möchten. Der Preis für Fantastische Literatur soll die Stadt nun endgültig und dauerhaft auf die Fantasy-Landkarte bringen.

Mit der Stiftung des neuen Preises möchte die Stadt Krefeld hochwertige Geschichten aus der Fantastik für eine breitere Öffentlichkeit entdecken und vor allem Kinder und Jugendliche für Literatur begeistern: Denn nicht erst seit Harry Potter ist Fantasy ein bevorzugtes Genre bei jungen Menschen. Es geht auch um Leseförderung und einen niederschwelligen Zugang zu Büchern – da sind Stoffe, die unsere Fantasie anregen, genau das Richtige, betont die Kulturbeauftragte der Stadt, Dr. Gabriele König. Passend dazu wurde ein eigener Jugendpreis ins Verfahren eingebunden. Neben den Romanen, die den Krefelder Preis für Fantastische Literatur gewinnen können, sind fantastische Kurzgeschichten von Jugendlichen unter 18 Jahren gefragt, die ebenfalls prämiert werden sollen.

Der städtische Kulturausschuss hat der Gründung des Preises mit breiter Mehrheit zugestimmt. Ende Juni wird der Stadtrat final darüber entscheiden, danach soll zeitnah die bundesweite Ausschreibung erfolgen.