Unter dem Titel Seide und Moderne ist ab sofort der neu angelegte Architekturguide-Krefeldveröffentlicht seitens des Projekt MIK e. V., online und kostenfrei zugänglich – Der Architekturguide-Krefeld präsentiert 75 Bauten, 65 Biografien und acht thematische Gruppen, welche von der produktiven Kooperation zwischen Industrie, Avantgarde und der Stadt Krefeld von den 1920er- bis in die 1960er-Jahre erzählt. Die Auswahl folgt der Spur der Moderne, die mal in einen Industriekomplex der 1890er-Jahre, mal zu einem Wohnhaus von Mies van der Rohe oder auch einem futuristischen Schulgebäude der 1950er-Jahre von Bernard Pfau führen kann. Das Ziel ist, die Stadt ein Stück weit lesbar und ihre Geschichte erfahrbar zu machen.

Spektakuläre Fabrikgebäude und repräsentative Villen, zeittypische Wohn- und Verwaltungsgebäude und zum Zeitpunkt ihrer Errichtung zukunftsweisende Büro- und Hochschulbauten: Krefeld ist voll von Gebäuden, die an die Hochphase der Industrialisierung und die vorherrschende Seidenindustrie erinnern. Die Vertreter dieser stets auf Innovation und zeitgemäße Gestaltung bedachten und schon im 19. Jahrhundert globalisierten Branche knüpften immer wieder Kontakte zu Vertretern der zeitgenössischen Avantgarde, beauftragten und beschäftigten Künstler, Gestalter und Architekten, die für eine explizit moderne Handschrift bekannt waren. So lässt sich etwa die hohe Anzahl von ehemaligen Lehrern und Absolventen des Bauhauses erklären, die bis in die 1960er-Jahre in Krefeld tätig waren.
Dieses Kapitel der Wirtschafts- und Kulturgeschichte wurde von dem Projekt MIK e. V. bereits aus Anlass des Bauhaus-Jubiläums 2019 mit einem Wissenschaftlerteam erforscht, in einem Buch dokumentiert und in einer Ausstellung im Krefeld Pavillon von Thomas Schütte präsentiert.

Der neue Architekturguide-Krefeld geplant und gestaltet durch den Projekt MIK e. V., wurde finanziell unterstützt durch die NRW-Stiftung.