Die neue, ab sofort nutzbare Audiowalk-Tour »Doch nicht bei uns in Krefeld« schafft Zugang zur Geschichte des Dritten Reichs in Krefeld und nimmt in der Krefelder Innenstadt die sogenannte Arisierung und Verdrängung jüdischer Geschäfte in den Blick – Entstanden ist der Rundgang im Rahmen des Werkhaus-Projektes »Unter leerem Himmel«, gefördert über SOZIOKULTUR NRW durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Konzipiert und verfasst wurde der Audiowalk in Zusammenarbeit der Krefelder Historikerin Dr. Claudia Flümann, Sandra Franz, der Leiterin der NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld, Anja Jansen vom Werkhaus e. V. und dem Journalisten und Dramaturg René Linke. – Die Idee: Niemand ist auf Zeiten angewiesen, um sich einer Führung durch Krefeld anzuschließen oder die NS-Dokumentationsstätte zu besuchen. Stattdessen kann unkompliziert über eine App und die Webseite der Institutionen der Audiowalk abgerufen werden.

Hier finden Sie die online Zugänge und App-Stores: »Doch nicht bei uns in Krefeld«

»Es ist das Jahr 1933. An der Ecke Hochstraße / Adolf-Hitler-Straße, dort wo heute die Rheinstraße ist, hat Rudolf Hirsch das Schuhgeschäft seines Vaters nach der Weltwirtschaftskrise ganz nach vorn gebracht. 30 Angestellte arbeiten hier und verkaufen die besten Waren. Als am 30. Januar 1933 Hitler zum Reichskanzler gewählt wird, ändert sich das Leben des jüdischen Kommunisten schlagartig. Nach dem Reichstagsbrand am 28. Februar 1933 überfallen SA-Leute Hirschs Laden und zerstören alles. Sie sind sich sicher, Waffen beim Feind zu finden, aber stoßen stattdessen nur auf Kamelhaarpantoffeln. Und dennoch entscheidet sich der Bedrohte nur wenige Zeit später dazu, aus der Seidenstadt zu fliehen.«

Sandra Franz von der NS-Dokumentationsstelle bietet zukünftig noch Begleitmaterial an. »Bei einer Audiotour fehlt natürlich die Kommunikation«, beschreibt die Historikerin. »Wir möchten aber mit Menschen ins Gespräch kommen. Das kann dann in der Villa Merländer oder dem Südbahnhof geschehen.« Franz kann sich zum Beispiel vorstellen, gemeinsam mit Klassen den Audiowalk zu begehen und anschließend im geschützten Raum über die eigenen Gedanken und Erfahrungen zu sprechen. »Wenn unsere Stadt für die Hörer der Audiowalktour am Ende eine andere Dimension bekommen hat«, schließt sie ab, »haben wir unser Ziel erreicht«.

Eine Kooperation von Dr. Claudia Flümann, Sandra Franz, Anja Jansen und René Linke gefördert durch SOZIOKULTUR NRW, Werkhaus e. V. und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen