Die Reihe Außereuropäisches Theater am Theater Krefeld-Mönchengladbach wird in der Spielzeit 2019/20 um ein weiteres, spannendes und sehr besonderes Projekt bereichert: Die Baseler Künstlerin Anina Jendreyko entwickelt ein Stück, das sich mit dem Leben und der Kultur der Eziden aus dem Nordirak beschäftigt. – Für dieses Theaterprojekt Jin Jiyan – Der Aufbruch, in dem die Gegenwart und die Perspektive ezidischen Lebens im Nordirak in den Fokus genommen werden und vom Wiederaufbau und von der Entstehung einer neuen Gesellschaftsstruktur erzählt wird, brechen Jendreyko, Schauspieldirektor Matthias Gehrt und die Schauspieler des Stücks Anfang Januar zu einer mehrtägigen Recherche-Reise in den nördlichen Irak auf, um dort Eindrücke zu sammeln, Interviews zu führen und Filmaufnahmen zu machen, die in das Projekt einfließen werden.
Weltweite Aufmerksamkeit und Anteilnahme erhielten die Eziden, die als eine der ältesten vorchristlichen und vorislamischen Naturreligionen gelten, durch den Völkermord im Jahr 2014 – als ihr Siedlungsgebiet im nordirakischen Shengal von der Terrormiliz Islamischer Staat überfallen worden war. Damals wurden ihre Dörfer zerstört und über 8000 ezidische Frauen verschleppt und verkauft.
Die Spuren der Zerstörung sind unglaublich. Das fliegt einem wie peitschende Ohrfeigen ins Gesicht  sagt Anina Jendreyko, die seit 2014 regelmäßig in Geflüchteten-Camps arbeitet und sich seit vielen Jahren schon mit dem Schicksal der Glaubensgemeinschaft beschäftigt. Wir möchten den Menschen aus dem Shengal hier eine Stimme geben, fasst Jendreyko ihr Anliegen zusammen.

Premiere ist am 6. April 2019 in der Studiobühne Mönchengladbach. In der Spielzeit 2019/20 wird Jin Jiyan nach Krefeld in die Fabrik Heeder übertragen.

Das Stück entsteht in Kooperation mit der Volksbühne Basel, die von Anina Jendreyko geleitet wird, dem Dachverband des Êzidischen Frauenrats ê.V. und dem Goethe-Institut im irakischen Erbil.

Veranstalter Theater Krefeld-Mönchengladbach