Ein Familientipp: Wer auf mittelalterlichen Spuren ‘wandeln’ möchte, dem sei die Krefelder Burgen–Tour – eine Fahrrad-Tour zu den Krefelder Burgen wärmstens empfohlen – Einen vorgegebenen oder besonders empfehlenswerten Burgen-Rundweg gibt es nicht, sodass die Ziele nach den eigenen Interessen zusammenstellt werden können. Hier exemplarisch einige Anfahrtspunkte: Die Burg Linn – die einzige mittelalterliche Festung am Niederrhein, die Besucher in Gänze erkunden können. Eine Besonderheit, jedoch nicht die einzige Burganlage der Stadt Krefeld. Es sind mindestens 16 Burgen bekannt, allerdings teils nur noch in Fragmenten oder  existieren nur noch Flurnamen wie z.Bsp. An der Alten Burg in Hüls oder An der Puppenburg in Stratum. Burgen in Oppum und Fischeln sind lediglich aus schriftlichen Quellen, Landkarten oder mündlichen Überlieferungen bekannt. Andere blieben als Bodendenkmal erhalten. Ein gutes und auch sichtbares Beispiel stellt die Wallburg auf dem Hülser Berg dar.

Die erhaltenen beziehungsweise umgebauten Festungsanlagen können auf einer individuellen Tagestour mit dem Fahrrad erkundet werden. Auf der Burgdatenbank lassen sich online weitere Informationen über die mittelalterlichen Festungen abrufen.

Weitere Beispiele sind: die Burg Cracau. Die Cracauer Straße erinnert nicht an die gleichnamige Stadt in Polen, sondern an die Burg Cracau. Zwischen Von-Beckerath-Straße, Bogenstraße und Am Hohen Haus stand einst die mächtige Anlage. Der Bau beginnt Anfang des 15. Jahrhundert, also im Spätmittelalter. Krefeld wurde Ende des 14. Jahrhunderts zur Stadt erhoben.
Die Burg in der Rheinstadt Uerdingen wurde als Stadtsitz und Landesburg des Kölner Erzbischofs errichtet, dem geistlichen Herrscher von Kurköln. Nachdem das erste, auf einer Rheininsel gelegene Uerdingen durch mehrere Hochwasser um 1270/80 zerstört worden ist, wurde das neue Uerdingen an heutiger Stelle geplant und aufgebaut. Die Burganlage grenzt im Süden unmittelbar an die Stadtmauer. Zentral befand sich ein Wohnturm samt Wehrgang, der nach umfassenden Umbauten heute ein privates Wohnhaus im klassizistischen Stil ist. Eine zweite Burg in Uerdingen musste 1957 der Expansion des damaligen Bayer-Werkes weichen: Das 1271 erstmals urkundlich erwähnte Haus Dreven.

Im Mittelalter wurden Burgen am Niederrhein gerne an Flüssen, Bächen oder in sumpfigen Arealen gebaut. Das kann man noch sehr gut an der kurkölnischen Hülser Burg erkennen, die etwas abseits und unterhalb des Ortskerns errichtet wurde. Die in den vergangenen Jahren restaurierte Ruine mit Turm kann leider nicht jederzeit besichtigt werden, aber auch von außerhalb ist der Einblick gut möglich.
Die wohl älteste Burg befindet sich auf dem südlichen Hülser Berg, eine eisenzeitliche Wallburg. Sie stammt aus dem vierten oder dritten Jahrhundert vor Christus. Wer sie baute und welchen Zweck sie erfüllte, die Fragen konnten bislang nur zum Teil beantwortet werden. Archäologen haben dort zum ersten Mal wissenschaftliche Grabungen von 1908 bis 1912 unternommen. Die Krefelder Wallburg ist die einzige Anlage dieser Art am Niederrhein. Die Burganlage im Wald zu entdecken, ist recht einfach. Ein Weg zwischen Aussichtsturm und Eremitenquelle durchschneidet die Wälle.
Das schmucke Haus Sollbrüggen an der Uerdinger Straße besitzt ebenso mittelalterliche Wurzeln. Bevor auf dem Areal der Musikschule ein Neubau errichtet worden ist, haben die Linner Archäologen vor gut zehn Jahren dort nach historischen Spuren gesucht und solche auch gefunden. Mauerwerkbruchstücke und älteste Scherben weisen auf eine Zeit weit vor 1188 hin und legen die Vermutung einer kleinen Burg auf einer kleinen Motte nahe, einer künstlichen Aufschüttung.
Die Wasserburg Haus Rath an der Alten Rather Straße in Elfrath, deren Anfänge bis in das 12. Jahrhundert reichen, ging aus einer hochmittelalterlichen Motte hervor. Der heute trockene Graben weist eine Breite von gut 25 Metern auf. Der zentrale Steinturm stammt aus dem späteren 12. Jahrhundert. Bei diesem Bauwerk handelte es sich offenbar um die erste mittelalterliche Befestigung am Hohen Weg, der Wegetrasse westlich des Rheins. Auf Krefelder Stadtgebiet jedenfalls ist es das älteste profane Bauwerk, das bis heute erhalten ist. Das Gelände ist heute Privatbesitz und kann nur von außen betrachtet werden.

Weitere Informationen unter   Krefelder Burgen–Tour