Unter dem Titel Fabric of my life plant das Deutsche Textilmuseum für das Frühjahr 2021 eine Fotoprojekt-Ausstellung mit internationaler Kooperation, einer Zusammenarbeit mit Instituten in Athen und Kopenhagen – Ein Aspekt des Fabric of my life Projektes ist die Frage, welche Textilien Flüchtende und Migranten mitnehmen, die ihre Heimat verlassen müssen. Menschen nehmen in solchen Situationen nicht nur Nützliches mit, sondern auch Dinge mit emotionaler Bedeutung, sagt Dr. Annette Schieck, Leiterin des Deutschen Textilmuseums Krefeld und die Krefelder Projektmitarbeiterin Christina Schulte fügt hinzu: Wir wollen uns anschauen, welche Sprache Menschen mit traditionellen Kleidungsstücken oder Kostümen sprechen, welche Aussagen sie machen … Das Zentrum für Textilforschung (CTR) in Kopenhagen und das Griechische Zentrum für die Erforschung und Konservierung archäologischer Textilien (Artex) in Athen sind kooperativ mit einbezogen, wie auch zahlreiche Unterprojekte in den verschiedenen Ländern dazu führen, dass Menschen ihre Geschichten erzählen und beginnen, selbst im Bereich Textilien kreativ zu sein. Mehrere dieser Unterprojekte realisiert das Textilmuseum mit der Akademie Mode und Design (AMD) in Düsseldorf, einem langjährigen Partner bei diversen Ausstellungen und Aktionen, und dem Krefelder Kommunalen Integrationszentrum (KI). Das erste dieser Projekte wurde vor Weihnachten realisiert: Die AMD-Studierenden belegen im ersten Semester einen Kurs in Modefotografie.

Aufruf zur Beteiligung an Erinnerungen in Textil – Aktuell richtet sich das Museum zusammen mit dem Krefelder Kommunalen Integrationszentrum gezielt an Mitbürger mit Migrationshintergrund und fordert sie zum Mitmach-Projekt Erinnerungen in Textil auf. Es geht darum, sich daheim mit dem Thema Erinnerungen zu befassen und diese in textile Objekte umzusetzen, die persönliche Erinnerungen widerspiegeln, so Annette Schieck, Leiterin des Deutschen Textilmuseums. Der Ansatz kann vielfältig sein, zum Beispiel ein Ereignis in der Familie, ein besonderes Fest, eine große Liebe, ein geliebtes Gedicht oder traditionelle Handarbeitstechniken. In der Wahl von Material und Technik sind alle Teilnehmer vollkommen frei, ob sticken, stricken, häkeln, nähen, knüpfen oder kleben. Sollten sie Material benötigen, können sie sich an das Textilmuseum wenden und erhalten dort Stoffreste, Stickgarn und Wolle, sagt Projektmitarbeiterin Christina Schulte.

Wegen der Corona-Krise soll man alleine oder mit Familienmitgliedern, jedoch nicht in Gruppen an dem Projekt arbeiten. Fotos von den fertigen Textilobjekten und die dazugehörenden Geschichten schicken die Teilnehmenden dann an das Museum unter   textilmuseum[at]krefeld.de

Der Aufruf ist unter anderem in Englisch, Französisch, Albanisch, Arabisch, und Farsi unter Erinnerungen in Textil verfügbar.