Das Denkmal der vierteiligen Bandoneonspieler-Gruppe an der Neusser Straße ist wieder komplett restauriert – Anfang 2019 waren aus dem Ensemble, welches an den Krefelder Instrumentenerfinder Heinrich Band und sein Bandoneon erinnert, der Junge und das Mädchen vermutlich von Metalldieben gestohlen worden. Seinerzeit initiiert vom Bauherrn Emil Bast und erstellt von dem Bildhauer Peter Lehmann (1921-1995), wurde die Figurengruppe zur Eröffnung des Hansa-Centrums im Jahr 1987 auf dem Vorplatz aufgestellt. Enno Lehmann, Sohn des Bildhauers Peter Lehmann, ebenfalls Bildhauer und künstlerisch-technischer Lehrer in der Werkstatt für Maltechniken an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart – konnte die gestohlenen Kinderfiguren nachbilden. Und ebenso wie die ursprünglichen wurden die Nachbildungen in der Gießerei Richard Barth in Rinteln im Weserbergland gegossen.
In Erinnerung an den Ursprungsort des Bandoneons und Heinrich Band veranstaltet das Kulturbüro der Stadt Krefeld seit 1985 das Bandoneon-Festival, in diesem Jahr zum 15. Mal. Neben einer Dauerausstellung im Jagdschloss des Museums Burg Linn verleiht der Förderverein des Kulturbüros in Zusammenarbeit mit der Sparkassen-Kulturstiftung Krefeld alle zwei Jahre den Krefelder Bandoneon-Preis. Zudem haben die Städte Krefeld als Geburtsstadt von Heinrich Band und Mar del Plata als Geburtsstadt des berühmten Tango-Komponisten Astor Piazzolla haben 2021 entschieden, stärker miteinander zu kooperieren.

Der Musiklehrer und Instrumentenhändler Heinrich Band beschrieb in einem zeitgenössischen Werbeprospekt, dass er daran gearbeitet habe, das Accordion zu verbessern. Dem verbesserten Instrument sei der Name Bandonion beigelegt worden. Band baute die Bandoneons allerdings nicht vollkommen selbst, sondern ließ sie im sächsischen Waldheim nach seinen Spezifikationen produzieren. Nach der Auslieferung übernahm er jedoch noch das Stimmen der Instrumente. Nach dem Tod von Heinrich Band 1860 führte seine Familie das Unternehmen weiter fort. Das Bandoneon, dessen Schreibweise sich in den 1930er-Jahren von Bandonion zu Bandoneon veränderte, entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Südamerika zum Hauptinstrument des Tangos. Vor allem durch den Tango Nuevo von Astor Piazzolla (1921-1992) erlebte der Tango und dessen Instrument, das Bandoneon, auch in Europa in den 1980er-Jahren eine Renaissance.

Die Nachbildung/Restaurierung der Bandoneonspieler-Gruppe wurde durch die Förderung der Sparkassen-Kulturstiftung ermöglicht.