Neue Buchveröffentlichung   Jochen Stücke   Gezeichnete Welt. Schriften zum Pariser Album    Verlag Kettler – In seiner neuen Buchveröffentlichung Gezeichnete Welt. Schriften zum Pariser Album (Mai 2021) – erschienen im Kettler Verlag, unternimmt Jochen Stücke – Professor für Zeichnen, Illustration und Künstlerische Druckgrafik am Fachbereich Design der Hochschule Niederrhein, den Versuch, die schier ausufernde Komplexität meines Themas reflektierend in ihren Grundzügen zu fassen. Dabei greifen verschiedene Motive ineinander, die sich jenseits ihrer Einzelbetrachtung erst in der Gesamtheit zu dem Bild zusammenfassen, das für meine Sicht der Dinge ausschlaggebend ist.

In seinem Pariser Album vereint der Maler und Grafiker Stücke zwei große Leidenschaften. Die Beschäftigung mit der Handzeichnung und die mit der französischen Hauptstadt. Bisher sind drei umfangreiche Publikationen zu diesem Projekt erschienen, indem sich historische, literarische  und künstlerische Phänomene der Kapitale im Netz einer fiktionalen Gleichzeitigkeit begegnen.
In Gezeichnete Welt. Schriften zum Pariser Album bilden vier Hauptstränge den Kern des Buches: Die Stadt Paris, die ihn durch unzählige Besuche kulturell seit früher Jugend geprägt hat. Die Handzeichnung, deren bildsprachliche Eigenart sich jenseits sprachlicher Deutungsdominanz entfaltet. Das Verhältnis von Bild und Text in seinen Arbeiten. Das Problem unseres Zeitbegriffs. Was uns im Alltäglichen gesichert scheint, wirft bei einem Blick in Philosophie, Natur- und Geschichtswissenschaften Fragen auf, die auch in aktuellen Diskursen eine große Rolle spielen.

Der Titel Gezeichnete Welt ist im Sinne seines Doppelcharakters zu verstehen: Ein Mensch, der vom Leben gezeichnet ist, trägt die Spuren des Schicksals auf seiner Haut. Das einst unbeschriebene Blatt kann seinen Status nicht dauerhaft behaupten. In Laken oder Lumpen: Die Verwitterung nimmt ihren Lauf. Gezeichnet zu sein, ist das Los, das keine Ausnahme macht. Manche eilen ihm entgegen, andere werden ihm zugetrieben und wiederum andere warten es in aller Ruhe ab. Unsere Sprache hat sich darauf festgelegt, das Vergehen mit dem Zeichnerischen in Beziehung zu setzen, während das Malerische vom Nimbus einer Schönheit an sich profitiert. Das Gesicht, das wie gemalt ins Auge fällt, hat die Aura, die ihrer Lebensumstände enthoben, zur Ikone wird.

Gezeichnete Welt. Schriften zum Pariser Album ist im Kettler Verlag erschienen.