Mit dem umfangreichen Katalog Tracht oder Mode zu der aktuellen Ausstellung Tracht oder Mode – Die europäische Sammlung Paul Prött stellt das Deutsche Textilmuseum seine jüngste Forschungsarbeit zur Sammlung Paul Prött, welche bundesweit in wissenschaftlichen Fachkreisen für Aufsehen sorgte, vor. – Die Projektleiterin und Kunsthistorikerin Dr. Uta-Christiane Bergemann, die ein Jahr in großen und kleinen Archiven sowie Museen recherchierte, Museumsleiterin Dr. Annette Schieck sowie ihre Stellvertreterin Dr. Isa Fleischmann-Heck haben ihre Forschungsergebnisse nun in dem reich bebilderten Katalog mit fast 1100 Farbabbildungen, zusammengefasst. Innerhalb der 30 000 Objekte umfassenden Sammlung des Deutschen Textilmuseums, die zweitgrößte ihrer Art in Europa, bildete die jetzt erstmals umfangreich dokumentierte und analysierte Sammlung Paul Prött eine Ausnahme: Entgegen der Tradition der Gewebesammlung, dem Vorläufer des Textilmuseums, nur Stoffbeispiele zu bewahren, kamen in der zweiten Jahreshälfte 1943 mit den Trachten zahlreiche komplette Kleidungsstücke dazu. Das Jahr 1943 hatte für uns natürlich eine Signalwirkung, betont Bergemann. Als erstes Museum in Deutschland haben wir uns deshalb mit Provenienzforschung hinsichtlich Textilien beschäftigt, sagt Schieck. In diesem Zusammenhang lud das Museum im Herbst 2017 zu einer internationalen Tagung ein, die sich mit textilen Erwerbungen und Sammlungsstrategien europäischer Museen in der NS-Zeit auseinandersetzte. Dazu wird auch 2019 der entsprechende Tagungsband erscheinen.

Der rund 450-seitige Katalog – im Nünnerich-Asmus-Verlag erschienen, kostet 49,- € und ist im Museumsshop des Deutschen Textilmuseums am Andreasmarkt sowie im Buchhandel erhältlich.

Bis 14. April 2019 ist die Ausstellung Tracht oder Mode – Die europäische Sammlung Paul Prött zu den Öffnungszeiten des Deutschen Textilmuseum zu besichtigen.