Vor einiger Zeit wurde die Alte Brotfabrik Im Brahm an der Ritterstraße auf einem Immobilienportal im Netz gesichtet: die Krefelder Wohnstätte als Besitzerin bot diese dort zum Verkauf. Trotz Nachfragen von Julia Suermondt (Die Linke) im Krefelder Kulturausschuss zu diesem für die freie Kulturszene wichtigen Anliegen wollte niemand der Verantwortlichen dazu Stellung nehmen, mit dem Verweis darauf, dass die Wohnstätte privatrechtlich organisiert ist. – Seit vielen Jahren sind in der Alten Brotfabrik Künstler- und Designer-Ateliers, Proberäume für insgesamt 10 Musiker*innen, Unternehmen aus dem sogenannten Kreativbereich sowie das Theater hintenlinks tätig. Dr. Ingrid Schupetta, die ehemalige Leiterin der NS-Dokumentationsstelle in der Villa Merländer, berichtete im KULTUR-INDEX ausführlich über die Geschichte der Konsumgenossenschaften Fortschritt und Solidarität, die sich 1908 zusammenschlossen und an der Ritterstraße das gemeinsame Gebäude errichteten. Karl Buschhüter und später Rudolf Adrians waren die Architekten des markanten Baus. Krefelder Bürger*innen ist es zu verdanken, dass im Jahr 1985 der geplante Abriss verhindert werden konnte, und ImBrahm dann sogar unter Denkmalschutz gestellt wurde. Nach und nach entwickelte sich der Standort zum 3. Kulturstandort im Krefelder Süden, allerdings zu Unrecht weniger beachtet als z. B. der Südbahnhof oder die städtische Fabrik Heeder. Findet hier doch jährlich das Sommerfest des Theater hintenlinks mit anschließenden Musikdarbietungen gegen Abend statt. Die kreativen Mieter*innen haben sich bereits mehrfach getroffen. Sie möchten ihr produktives Potenzial für die Stadt und besonders den Südbezirk bewusst machen und stärker an die Öffentlichkeit bringen, z. B. mit Tagen der offenen Werkstätten/Ateliers. Die freie kreative Szene an diesem Standort soll auch in Zukunft erhalten bleiben.