Stadtkultur und Krefelder Perspektivwechsel – Theater und Konzerte auf Parkdecks, Gedichte im Vorbeigehen und virtuelles Boxtraining auf Burg Linn: Der Krefelder Perspektivwechsel schafft auch in diesem Jahr ungewöhnliche Verbindungen und unerwartete Erlebnisse. Aus zahlreichen Vorschlägen der Bürgerschaft haben das Stadtmarketing, die Wirtschaftsförderung und der Chempark Uerdingen fünf Projekte zum Thema Stadtkultur ausgewählt, die finanziell gefördert und in der zweiten Jahreshälfte umgesetzt werden. Wie im Projektaufruf gefordert, handelt es sich um Formate, die in der Innenstadt oder in den Stadtteilzentren spielen, Analoges mit Digitalem verbinden und Menschen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern zusammenbringen. Durch die Mischung aus analogen und digitalen Elementen sind die meisten Projekte auch unabhängig von der jeweils geltenden Pandemielage umsetzbar.

Das Projekt ParkPlatzPerformances von Theaterregisseur Franz Mestre und Event-Unternehmer Gregor Ilbertz nimmt drei Gruppen in den Fokus, die besonders unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie gelitten haben: Künstler, Veranstaltungstechniker und Einzelhandel. Zunächst werden für das Format Stimmen, Geräusche und audiovisuelle Clips aus dem Krefelder Alltagsleben gesammelt. Die Ergebnisse werden in drei Akten auf Krefelder Parkdecks präsentiert – mal als Impro-Theater, mal als Konzert oder auch als Talkshow.
Lyrik macht Stadt – das zweite Projekt, entwickelt vom Niederrheinischen Literaturhaus, dem Verein Literatur in Krefeld gemeinsam mit den Hochschulen Niederrhein und Düsseldorf bringt vom 10. bis 14. November mit diesem kleinen Festival 21 Gedichte heutiger Autoren in die Innenstadt. Die Lyrik wird mithilfe von Plakaten, auf den Boden gesprühten Versen, Lautsprechern an Laternen und in Geschäften sowie über eine Filmstation und über Live-Aktionen am Lyrik-Samstag medial erlebbar.
Mit Crossover Burg Linn wird auch ein Format gefördert, das seit seiner Premiere im Jahr 2018 bereits viele treue Fans gefunden hat. Hier zeigt sich, dass der Perspektivwechsel nicht zwingend Neues schaffen muss – es kann auch reizvoll sein, das Altbewährte weiterzuentwickeln. So wird die Kultur- und Sportveranstaltung in diesem Jahr als Phantastisches Crossover Burg Linn an den Start gehen. Am 28. und 29. August sind erstmalig digitale Hybridangebote Teil des Programms mit denen auch das Linner Stadtteilzentrum verstärkt eingebunden und in den Fokus gerückt wird.
Das vierte Projekt ist eine Gemeinschaftsarbeit der Künstlerin Mauga-Houba Hausherr, des Linner Bürgervereins und der Firma Formkultur. Mauga hat sich im Frühjahr anhand der Zeichnungen der Künstlerin Agnes Kaiser (1865-1931) auf eine Reise durch Krefeld begeben. Über 40 Motive vom Beginn des 20. Jahrhunderts wurden somit in die Sprache der heutigen Künstlerin übersetzt. Das Linner Urgestein Hubert Jeck, Wirt der Szenekneipe Café Konkurs, die seit 35 Jahren die Kultur im Stadtteil mitgeprägt hat, wird die Kunstwerke durch Anekdoten und Zukunftsvisionen auditiv begleiten.
Mit dem Kunstraum zur Klausur soll im Stadtteil Hüls ein Ort der künstlerischen und geistigen Interaktion geschaffen werden. Der Bildhauer Georg Zimmermann und die Bürgerinitiative Lebenswertes Hüls planen unter anderem Gesprächskreise, die sich mit philosophischen Fragen hinsichtlich Kunst, Politik, Wirtschaft und Umwelt beschäftigen. Auch Lesungen mit unbekannten Autoren und weitere kleine Kulturveranstaltungen sind angedacht. Die Gesprächsformate sollen aus dem Atelier heraus geschaffen werden und von dort in den Straßenraum hineinwirken. Über eine Website sind die Veranstaltungen auch im Netz abrufbar.

Veranstalter Stadtmarketing Krefeld