Der Künstler Gunter Demnig – bekannt durch die Herstellung und Verlegung der Stolpersteine, welche an Menschen erinnern, die in der Zeit des Nationalsozialismus deportiert wurden und meist dem Holocaust zum Opfer fielen, hat in Krefeld weitere 19 Stolpersteine an sechs Stellen verlegt. Unterstützt durch Auszubildende des Kommunalbetriebs Krefeld fand zu jedem Stein eine kurze inhaltliche Gestaltung in Form von Lesung, Vortrag oder künstlerischer Umsetzung statt.
Auf der Germaniastraße 31 wurde an Anton Tappesser erinnert, der aufgrund von Paragraf 175 während der Zeit des Nationalsozialismus als homosexuell verfolgt wurde. (gestiftet von Privatpersonen aus Krefeld) Schüler des Gymnasiums Fabritianum aus Uerdingen begleiteten inhaltlich die Verlegung.
An der Inrather Straße 22 wurden Steine für die Familie Schaumburger in das Pflaster eingelassen, die Opfer der Shoa wurden. Die Steine wurden von verschiedenen Krefelder Akteuren gestiftet unter anderem von der Marienschule. Die Verlegung wurde inhaltlich von Schülern der Albert-Schweitzer-Schule begleitet.
An der Klosterstraße wird an die Familie Meyer/Simons erinnert, die Opfer der Shoa wurden. Die Stolpersteine wurden von der Emmaus Gemeinde Krefeld gestiftet sowie von der Autorin Ulrike Renk, die einen vierbändigen Roman (Seidenstadt-Saga) zur Geschichte der Familie Meyer geschrieben hat. Die Verlegung wurde inhaltlich begleitet von Lukas de Carvalho und Alina Ruzek, die aktuell ein Praktikum in der NS-Dokumentationsstelle Krefeld absolvieren.
Vor der Saumstraße 15 erinnern die dort verlegten Steine an die Familie Servos, die Opfer der Shoa wurden. Der Impuls zur Verlegung stammt noch von Schülern des Gymnasiums am Moltkeplatz, die unter anderem an Josef Servos erinnern wollten, der früher ebenfalls Schüler am Gymnasium war. Die restlichen Steine für seine Familienmitglieder wurden unter anderem von der Marienschule und dem Verein Werkhaus/Südbahnhof gestiftet. Die Verlegung wurde inhaltlich von Schülern der Marienschule begleitet.
An der Gladbacher Straße 165 erinnert ein Stolperstein an den Widerstandskämpfer Aurel Billstein. Der überzeugte Kommunist wurde 1934 aufgrund seiner politischen Überzeugung verhaftet. Aurel Billstein überlebte die NS-Zeit und setzte sich in der Bundesrepublik stark für die Aufarbeitung deren Verbrechen ein. Seine autodidaktische Arbeit kann als Grundstein der Erinnerungsarbeit in Krefeld angesehen werden. Der Stein wurde von Mechthild Staudenmeier, ehemalige Vorsitzende des Vereins Villa Merländer und langjährige Bürgermeisterin in Krefeld, und der Aurel-Billstein-Geschichtswerkstatt der IG Metall, gestiftet.
Der Stein an der Gladbacher Straße 231 erinnert an Peter Zanders, einem Weggefährten von Aurel Billstein und ebenfalls aufgrund seiner politischen Einstellung als Kommunist verfolgt und inhaftiert. Gestiftet von der Aurel-Billstein-Geschichtswerkstatt der IG Metall und inhaltlich auch von ihr betreut.

Die Recherchen zu allen neun Steinen wurden durch die Arbeit des Historikers Burkhard Ostrowski, Mitarbeiter der NS-Dokumentationsstelle Krefeld, maßgeblich unterstützt. Die fast 200 Stolpersteine, die bisher in Krefeld verlegt wurden, sind ein vom Künstler Gunter Demnig geschaffenes dezentrales Denkmal. Gestiftet von Bürgern für die Stadtbevölkerung erinnern diese an die Menschen, die durch die nationalsozialistische Verfolgung entrechtet, misshandelt, ermordet oder zur Emigration gezwungen wurden. Die Stolpersteine werden am letzten bekannten, freiwilligen Wohnort verlegt. Alle Biographien sind auf dem Geoportal Niederrhein  zu finden.

Inzwischen liegen Stolpersteine in 1265 Kommunen Deutschlands und in einundzwanzig Ländern Europas.