Zuschauerrekord um ein Haar geknackt

Resümee des Generalintendanten der Städtischen Bühnen Krefeld / Mönchengladbach, Michael Grosse, für seine dritte Spielzeit 2013/14

Das Stadttheater, erbaut nach den Plänen von Gerhard Graubner, Eröffnung 1963. Foto: Ralf Janowski

Das Stadttheater, erbaut nach den Plänen von Gerhard Graubner, Eröffnung 1963. Foto: Ralf Janowski

Am Ende der Spielzeit 2013/2014 freut Michael Grosse sich über Mehreinnahmen von 80 000 Euro für die beiden Spielstätten, wenngleich der Publikumsrekord von 125 000 Theaterbesuchern um ein Haar verpasst wurde. In Mönchengladbach habe das Publikum sein Trauma der Theaterauslagerung noch nicht vollends überwunden, räumt der Theaterchef ein. »Aber es geht aufwärts!«

Die Großproduktion »Carmina Burana« sei eine Riesenherausforderung für alle Beteiligten gewesen, der Erfolg wirke in die folgende Spielzeit hinein und werde als Ansporn verstanden. Das Singspiel »Ewig jung« von Erik Gedeon, die Mozartoper »Don Giovanni« , »Manon Lescaut« von Giacomo Puccini und Robert Norths Ballett »Lachen und Weinen« waren Spitzenreiter in der Gunst des Krefelder Publikums. In Mönchengladbach zog das Musical »My fair Lady« die Zuschauer in großen Scharen an, und lieferte sich in der Publikumsgunst ein Kopf-an- Kopf –Rennen mit dem Ballettabend »Carmina Burana« und Friedrich Dürrenmatts Drama »Der Besuch der alten Dame«.

Aufführung der Oper Manon Lescaut von Puccini. Fotonachweis; Theater Krefeld-Mönchengaldbach, Foto: Matthias Stutte

Aufführung der Oper »Manon Lescaut« von Giacomo Puccini. Fotonachweis: Theater Krefeld – Mönchengaldbach, Foto: Matthias Stutte

Grosse betont, dass auch die Sinfonie- und Chorkonzerte in beiden Städten gut besucht waren. Der Intendant räumt jedoch ein, dass er im Abonnementbereich unter Optimierungszwang stehe: Eine Zusammenlegung von Abonnements sei unumgänglich, weil so eine größere Anzahl von Karten in den freien Verkauf gelangen könne und die Platzausnutzung sich verbessere. Vor halbleerem Saal zu spielen, sei zudem kein Spaß.

Nach einer Publikumsbefragung in 2013, die fifty-fifty ausging, wurde die Anfangszeit im aktuellen Betrieb von 20 Uhr auf 19.30 Uhr vorverlegt.
Die letzten Tarifvereinbarungen brachten eine Zusatzbelastung von 5,7 Prozent für den Theateretat mit sich. In Ziffern: 248 000 Millionen Euro Defizit, das bis 2016 ausgeräumt sein solle. Möglicherweise werde dieser Umstand eine Erhöhung der Karten- und Abopreise nach sich ziehen.

Das Konzept »Theater mit Zukunft II« sieht vor, dass die Zuschüsse der beiden Städte an ihr Theater im Herbst 2015 steigen werden. Dann beginnt der zweite Fünf-Jahres-Block von Grosses Intendanz. Der neue Sockelbetrag wird verbindlich bis zum Jahr 2020 gelten.

IRMGARD BERNRIEDER