Kunst-Ausstellungen 1937 bis 1942

Der Reichsadler mit Hakenkreuz erschien auf allen Einladungskarten. Muthmanns wichtigste Ausstellung war nach Einschätzung Paul Wembers »Deutsche Landschaft und Städte in der niederländischen Kunst des 16. bis 18. Jahrhunderts«. Daraus blieb das Gemälde »Park des Herzogs von Nassau in Kleve« von Anthoni van Borrsom in der Sammlung. Den Bühnenentwürfen Fritz Huhnens galt die letzte Ausstellung vor seinem Kriegsdienst. Mit der Schau »Vorn – Bilder von der Front« aus Anlass der Gaukulturwoche der NSDAP startete Muthmann 1937. Im gleichen Jahr ließ der erklärte Musikliebhaber die Ausstellung »Musikleben in Vergangenheit und Gegenwart« folgen. Viel »Deutsche Kunst«, so Wember, wurde Muthmann im genau 12 Jahre währenden Tausendjährigen Reich wohl aufgezwungen. Etwa die Ausstellungen »Deutsche Bildhauer« mit einer Hitler-Bronze im Mittelpunkt, »Deutsche Werkkunst« und »Die Kunst der Front« (1941). Muthmann plante eine Gemälde-Galerie zum Thema »Samt und Seide«. Da gerade die später restituierten französischen Ankäufe deren Grundstock bilden sollten, blieb letztlich wenig davon übrig.

IRMGARD BERNRIEDER

weitere Infos:
Beate Kempfert: »Der nationalsozialistische Bildersturz im KWM 1037–1943« in: »Die Heimat«, Krefelder Jahrbuch Bd. 58/1987, Seiten 86–91
Katalog zur Ausstellung »Entartete Kunst« im Bestand der Bibliothek der NS-Dokumentationsstelle Villa Merländer.