Tipp 1. bis 30.9.2018

Kulturtipp September 2018 Georg OpdenbergGeorg Opdenberg, Künstler und Landvermesser: »1950 hier geboren. Aufgewachsen auf unserem Kohlenplatz im Westbezirk und aus dem Viertel nie herausgekommen. ›Gut bedient bei Opdenberg‹, stand auf unserem Lieferwagen, seit 1888. Im Jahr zuvor war mein Urgroßvater aus Kaldenkirchen hier eingewandert in den Tagen, als der 100 000 Krefelder das Licht der Welt entdeckte. Besuch der Volksschule an der Marktstraße, da wo jetzt die weltbekannten Insektenforscher wohnen. Wie schon zuvor mein Vater und mein Großvater das Einjährige am Fichte gemacht, das es wohl so, wie bisher, bald nicht mehr geben wird. Bei einem alten Landvermesser in der Nachbarschaft dann in die Lehre gegangen und anschließend, nach Wanderjahren und Studium fast 40 Jahre als Landvermesser bei der Stadt Krefeld tätig gewesen. Ich bin schon mit dem Zeichenstift in der Hand geboren‹, sage ich manchmal scherzhaft, auch um damit einen alten Freund zu zitieren. Ich habe ihn seit der Zeit auch nicht mehr losgelassen und auch reichlich Druck(e) gemacht. In der Folge gab es seither dann zahlreiche Ausstellungen. Hinzu kommen viele Veröffentlichungen und Vorträge über die Geschichte der Stadt Krefeld und auch ihre Künstler sowie über Teilaspekte der Vermessungsgeschichte.

Hier meine Empfehlungen für den September:

Und am ersten Tag geht es gleich los:
Samstag und Sonntag, 1. und 2. September, 11.00 – 17.00 Uhr, BÜCHERBASAR, in der Linner Museumsscheune Albert-Steeger-Straße, 47809 Krefeld | – Seit gut 10 Jahren findet dort etwa zweimal im Jahr ein Bücherbasar statt, der schon fast Kultstatus hat. Unter den etwa 15 000 Büchern ist mit Sicherheit für jeden etwas, von der signierten Erstausgabe bis zum historischen Schätzchen, und das für ganz kleines Geld, 50 Cent für ein Taschenbuch und 1 Euro für ein Gebundenes. Da kann man leicht süchtig werden, zumal sich vieles findet, wonach gar nicht gesucht wurde. Und für eine kleine Spende gibt es dazu noch Kaffee und selbst gebackenen Kuchen von den Freunden der Linner Museen, die das Ganze organisieren. Für ein gutes Gewissen ist auch gesorgt, da der Erlös der Veranstaltung den Linner Museen zugute kommt.

Und für alle, die noch Zeit haben, gibt es noch am gleichen Wochenende:
Samstag und Sonntag, 1. und 2. September, 12.00 – 19.00 Uhr, KUNST IM PAUSENHOF, in der Alten Volksschule 21, Marktstraße 161, 47798 Krefeld | – Hierhin laden die KünstlerInnen Frank Bernemann, Barbara Freundlieb, Inken Horn, Susanne Pochowski, Christine Prause, Peter Schmitz zur diesjährigen Jahresausstellung ein und zeigen neue Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Grafik, Skulptur, Fotografie und Montage. Als Gastkünstlerin ist Brigitta Heidtmann eingeladen, und am Sonntag ab 17.00 Uhr wird das Essener Vokalensemble die Veranstaltung mit Liedern aus den Roaring Twenties‹ bereichern.

Und wer neben der Kunst auch noch ein wenig Muße hat für einen Blick auf den alten Pausenhof oder beispielsweise in die alten Klassenräume im Flügel, umgeben von Hinterhöfen und nur erreichbar über eine nach heutigen Maßstäben ›halsbrecherische‹ Treppe, macht eine Zeitreise in eine Welt, in der schon vor mehr als 150 Jahren einmal Kinder unterrichtet wurden.

Nur ein paar Straßen und Tage weiter gibt es wieder Kunst:
Freitag 7. September, 20.00 Uhr, CHRISTEL SCHULTE-HANHARDT – AUSSTELLUNGin den Räumen der Gemeinschaft Krefelder Künstler St.-Anton-Straße 90, 47798 Krefeld | – Christel Schulte-Hanhardt habe ich schon Mitte der 1970er Jahre bei Kursen in der damaligen Werkkunstschule kennengelernt. Wenig später haben wir mit Gleichgesinnten die TREPPENGALERIE auf der Marktstraße ins Leben gerufen. 1981 wurden wir Mitglieder der Gemeinschaft Krefelder Künstler. Christel hat zu dieser Zeit ein Studium begonnen an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Prof. Klaus Rinke (Bildhauerklasse). Ihre Objekte aus Papier sowie ihre Zeichnungen, Malereien und ihre eigens entwickelte Freskentechnik zeichnen sich durch Spontanität aus und erreichen oft wandfüllende Dimensionen.

Und da gibt es noch etwas Vielversprechendes:
Dienstag, 11. September, 19.00 – 22.00 Uhr, SPÄTLESE  in: Der andere Buchladen, Dionysiusstraße 7, 47798 Krefeld | – Praktischerweise in meiner Nachbarschaft, was ich ausprobieren möchte. Es ist eine ›Spätlese‹. Ohne ›lästigen Buchhändler‹ und ohne Telefon, eingeschlossen in einer Buchhandlung bei einem Glas Wein und mit Käse oder einem Keks, lesen, soviel man möchte, und sei es nur quer, um zu wissen, was man noch lesen möchte.

Dann gibt es noch etwas in eigener Sache:
Dienstag, 25. September, 19.00 – 21.00 Uhr, Islamische Kartografie und Arabische Zahlen – aufnehmen, ausrichten und sich zurechtfinden – im Rahmen der Kulturtechnikwerkstätten im Südbahnhof, Saumstraße 9, 47805 Krefeld | – Der Bauingenieur Firas Mohammad und ich, Georg Opdenberg, der Landvermesser, sprechen über den Wissenstransfer zwischen den Kulturen, auch um zu zeigen, dass dieser keine Einbahnstraße ist. Firas Mohammad und ich hatten uns über das Projekt Kulturtechnikwerkstätten des Werkhaus kennengelernt und angeregt über arabische Zahlen und Karten ausgetauscht. In einer Fortsetzung dieses Zwiegespräches wollen wir nun die TeilnehmerInnen mitnehmen in die spannende Welt der Vermessung der Erde.

Der Maler Ali Johar beteiligt sich mit eigenen Arbeiten zum Thema an der Veranstaltung und das wäre dann auch für den, der noch nie in diesem schönen alten Bahnhof gewesen ist ,eine gute Gelegenheit die Räume dort kennenzulernen.«