Niederrheinischen Sinfoniker 2014 © Matthias Stutte

Die Niederrheinischen Sinfoniker präsentieren ihrem Publikum jede Saison ein abwechslungsreiches Programm. Im Konzertbereich besteht dieses aus der Sinfoniekonzertreihe, in der das Orchester regelmäßig namhafte Solisten wie Carolin Widmann und Alban Gerhardt zu Gast hat, den Chorkonzerten, der Kammerkonzertreihe sowie den Sonderkonzerten, beispielsweise dem Neujahrskonzert. In ihrer Funktion als Theaterorchester sind die Sinfoniker außerdem in jeder Saison an zahlreichen Musiktheater- und Ballettaufführungen sowie an Galaveranstaltungen maßgeblich beteiligt. Neben der Konzerttätigkeit zeichnet das Ensemble seit über 20 Jahren ein großes konzertpädagogisches Engagement aus. Neben den Kinder- und Schulkonzerten als eigene Konzertangebote für Kinder- und Jugendliche zählen hierzu die überaus gefragten Besuche von Musikern in Grundschulklassen zur Instrumentenvorstellungen, Probenbesuche oder Werkeinführungen durch ein Kammerensemble. Des Weiteren besteht seit Jahren eine enge Kooperation mit den Musikschulen der Städte Krefeld und Mönchengladbach.

Als Angebot für den musikalischen Nachwuchs am Niederrhein hat GMD Mihkel Kütson 2012/2013 zudem den Wettbewerb »Bühne frei« begründet.

www.niederrheinische-sinfoniker.de

In ihrer Geschichte gründen die Niederrheinischen Sinfoniker auf zwei verschiedenen Orchestern: dem Städtischen Orchester Krefeld, gegründet am 21. November 1854, und dem Ende 1900 entstandenen »M.Gladbacher Orchesterverein«, der bereits 1903 in die Hände der Stadt überging. Mit der Vereinigung der Theater Krefeld und Mönchengladbach im Jahre 1950 wurden auch die beiden Orchester miteinander verbunden.

Im April 1973 gab sich das Orchester den Namen »Niederrheinische Sinfoniker«. Immer wieder standen wichtige Dirigenten, die internationales Ansehen erlangten, den Niederrheinischen Sinfonikern als Generalmusikdirektor (GMD) vor, darunter Lothar Zagrosek (1977 – 1982), der einen Schwerpunkt auf die zeitgenössische Musik legte, und Yakov Kreizberg (1988 – 1994) mit Akzentuierung der klassischen Moderne. Unter GMD Graham Jackson (2003 – 2012) erlebten die Niederrheinischen Sinfoniker und das Theater Krefeld und Mönchengladbach mit der Uraufführung von Stefan Heuckes Oper »Das Frauenorchester von Auschwitz«internationale Beachtung.

Seit der Saison 2012/2013 steht der renommierte estnische Dirigent Mihkel Kütson den Niederrheinischen Sinfonikern als Generalmusikdirektor vor und überzeugt seither mit mitreißenden Konzerten. Besonderen Wert legt er darauf, populäre Werke des Konzertrepertoires mit weniger bekannten Titeln zu kombinieren, um seinem Publikum neben der Freude an Bekanntem stets die Möglichkeit zu spannenden Neuentdeckungen zu geben. Großen Wert legt er außerdem darauf, in seinen Konzerten hochkarätige Solisten zu präsentieren. Diese Linie verfolgt Kütson auch 2014/15. So betrat er mit dem Orchester beispielsweise im Oktober im zweiten Sinfoniekonzert musikalisches »Neuland«: die Welt der Klezmer-Musik. Angeregt wurde er dazu durch die Solisten des Abends, die drei Musiker des David Orlowsky Trios. Im Januar 2015 stellt Kütson hingegen – ein weiteres Grundelement seiner »musikalischen Handschrift« – ein besonders Soloinstrument vor: die Tuba. Gemeinsam mit dem Solisten Øystein Baadsvik, der eine außergewöhnliche Virtuosität auf der Tuba besitzt und ihr ungeahnte Klänge entlocken kann, wird Kütson beweisen, dass sie alles andere als behäbig ist. Dafür bringen sie das eigens für Baadsvik geschriebene und auf dessen immenses Können abgestimmte Tubakonzert »Rocky Island Boat Bay« von Fredrik Högberg zu Gehör.
Wer es lieber ganz »klassisch-romantisch« mag, für den ist im Mai 2015 das 6. Sinfoniekonzert das Richtige, in dem einer der besten Cellisten weltweit mit den Niederrheinischen Sinfonikern konzertieren wird: Alban Gerhardt. Das Konzert beginnt mit den berühmten »Rokoko-Variationen« von Peter Tschaikowsky. Ihnen folgt das 2. Cellokonzert a-Moll von Wilhelm Fitzenhagen. Heute kaum noch bekannt, war Fitzenhagen zu Lebzeiten ein berühmter Cellovirtuose und darüber hinaus Tschaikowskys Ratgeber bei der Arbeit an den Rokoko-Variationen. Den Abschluss des Abends bildet ein Ausschnitt aus dem populären Zyklus »Mein Vaterland« (Ma Vlast) von Bedrich Smetana, in dem natürlich die »Moldau« (Vltava) nicht fehlen darf.