Der Künstler Will Cassel, 1927 in Dortmund geboren und seit 1934 in Krefeld ansässig, hat seinen Vorlass dem Stadtarchiv der Stadt Krefeld – ein Bestand von höchster stadt- und kulturgeschichtlicher Bedeutung, überlassen. Will Cassel, Preisträger des Kunstpreis der Stadt Krefeld (1962) und des Prix Joan Miró (1977) lehrte ab 1966 an der Schule für textile Künste in Krefeld und in der Zeit von 1972-1980 als Dozent an den Gesamthochschulen Dortmund und Essen, bevor er ausschließlich als Künstler in seinem Atelier am Kuhdyk arbeitete. Bekannt durch seine Gartenzwerg-Aktionen, die aber nur einen Teil seines künstlerischen Schaffens ausmachen, erstreckt sich sein Werk von kinetischen Objekten bis hin zu poetischen Betrachtungen. Auch politisch hat Cassel immer wieder Stellung bezogen – so protestierte er u. a. vor den Vereinten Nationen in New York gegen Menschenrechtsverletzungen, vor dem Weißen Haus in Washington gegen den Vietnamkrieg, in Düsseldorf mit weißen Gartenzwergen gegen Atomkraft und auf einer Autobahnbrücke in Oppum ebenfalls mit weißen Zwergen gegen den Autobahnausbau durch das Latumer Bruch. Mit dem Bestand, der von 1941 bis 2016 reicht und persönliche Notizbücher, Korrespondenz mit nationalen und internationalen Museen sowie Zeitungsberichte und Fotos beinhaltet, erhält man einen Überblick über sein Leben und sein Werk, beschreibt die Studentin der Kunstgeschichte Elena Degemann, die während ihres Praktikums im Stadtarchiv das Konvolut in nur vier Wochen gesichtet, geordnet und erfasst hat. Einige Unterlagen befinden sich weiterhin im Besitz des Künstlers, stehen aber als Digitalisat im Archiv zur Verfügung. Die Beschäftigung mit den zahlreichen Dokumenten, von Siegrun Cassel in den vergangenen Jahrzehnten sorgfältig angelegt, weckten in dem 89-jährigen Will Cassel Erinnerungen an Weggefährten und Ereignisse – eine Fundgrube für den Künstler – Das hier ist ein Teil der Ernte. Was die Zukunft daraus macht, ist eine andere Frage …