Tipp 16. bis 31.1.2014

Ute Mansel – © Mic ThiemannUte Mansel, national und international (CZ/IT) ausgezeichnete Saxofonistin, Komponistin und Filmemacherin, lebt und arbeitet freiberuflich seit 1979 in Krefeld. Ihre Teilnahme an Festivals (Internationales Jazz-Festival auf der Burg Linn / Ensemblia etc.), die Zusammenarbeit mit internationalen Bands (GB/AUS), ihre Konzeptentwicklung »pictures of music«, das multi-mediale Soloprojekt »DIE TIEFEN DER ZEIT«, Film/Video Auftragsarbeiten und eine durchgängige Lehrtätigkeit seit 1989 komplettieren ihre vielfältige kreative Karriere. Aktuell ist sie tätig als Band-Coach (Gesamtschule Kaiserplatz), Dozentin und Designerin für ihr eigenes Label »recycle-tes« (Unikat-Taschen). Hier ihre Tipps für die zweite Januarhälfte:

Wärmstens zu empfehlen !!

25. JANUAR PRÄSENTATION DER ERSCHEINUNG »STREUNER #2« IN DER KUNSTHANDLUNG STEINBACH VON 11:00 BIS 16:00 UHR – Schon der erste Streuner, der 2012 das Licht Krefelds, genauer gesagt das ROYALe Licht KREFELDs erblickte, war phänomenal, be- und verzaubernd, außerordentlich (und) historisch, humorvoll und wunderbar ge- und beschrieben und im Bilde festgehalten. Ein künstlerisches, spielerisches Krefeldmagazin der außergewöhnlichen Art. Ich war schwer beeindruckt und freue mich, dass diese subjektive Entdeckungsreise nun ihre lang ersehnte Fortsetzung findet !! Das Magazin ist ab 25. Januar für 9,90 € zu erwerben.

Editorial
Krefeld ackert

Von den Royals auf den Acker – ein nur scheinbar
weiter Sprung. Gründen doch Macht und Reichtum
der Royals auf Landertrag, vulgo dem Acker.

So entstand die Idee, zu erstreunern, wo in Krefeld
geackert wird. Der Gedanke an die Landwirtschaft liegt
nahe. Doch nicht nur der Bauer ackert.

Die Verbindung zwischen den Royals, den Äckern und
den Glashäusern liegt ebenso in der Historie wie auf
der Hand.

Doch natürlich kann das Synonym für Ackern nicht außer
Acht gelassen werden. Wo wird und wurde in Krefeld
gearbeitet? Wie gestaltet Arbeit Leben? Und wo erholt
sich der Mensch? Oder ackert er nach Feierabend weiter?
Diese Spuren hat der STREUNER in Gartenstadt, in
Schrebergärten und auf der Weyerhofstraße verfolgt.

Und da es ja auch noch das Fußballfeld gibt und man auch
die Wasseroberfläche durchpflügen kann, landete der
STREUNER bei den Fußballern und Schwimmern.

Dies ist die zweite Krefelder Entdeckungsreise der STREUNER

PROVINZTHEATER – Neben einigen neuen musikalischen Errungenschaften sollte, wie ich finde, die aufstrebende junge Krefelder Musik-Truppe Provinztheater zwingend ihre Aufnahme in die kulturellen Annalen finden. Zwar ist im Januar von den Jungs kein Auftritt zu vermelden, aber empfehlenswert sind sie allemal und wer mag, kann sich ihre Debüt-Konserve im Netz neudeutsch »downloaden« oder auch analog erwerben. Zum besseren Verständnis der doch sehr eigenwilligen Musik hier eine Kostprobe der Wortgewaltpoeten:

Musik für das Volk
Die Musik des Provinztheaters kann man gut und gerne, schlicht und einfach, ohne schlechtes Gewissen und ohne jemandem dabei auf die Füße zu treten, Volksmusik nennen. Das Provinztheater spielt dabei vielleicht nicht einmal Volksmusik, aber sehr wohl Musik für das Volk. Musik, die das Volk hören soll, komme, was wolle. Dafür wird vom Theater sogar in Kauf genommen, als erste HaWazuZi–Kapelle des ganzen Globus, durch die Städte und Fußgängerzonen Deutschlands zu reisen. Alles für den Traum vom prall gefüllten Stadion, der endlich zur gerechten Wahrheit werden soll.

Anno 2009 strebte das Theater zum ersten Mal in die Zone des Fußes und begeisterte prompt einige freudig überraschte Passanten, die das Glück hatten, sich gerade auf einem Platz im niederrheinischen Krefeld zu befinden. Oh, schönes Krefeld, du unterschätzte Weltmetropole …

Der 2012 erschienene Debüt-Tonträger, welcher von der Band sinnigerweise »Tonträger« genannt wurde, ist eine weite Reise durch musikalische Gefilde, die den Hörer durch seelische und menschliche Abgründe sowie emotionale und geistreiche Höhen führt. Der Genre übergreifende Kladderadatsch aus Stilen aller Welt macht den Tonträger überraschend vielschichtig, zieht emotional alle Register und hinterlässt den bittersüßen Geschmack der Melancholie in der von der Medienlandschaft geschundenen Seele. Der handgemachte Luftballon-Aufzug fliegt direkt ins Herz der Welt, in das Herz der Provinz.

Dass das Provinztheater mehr als eine Volks-Band ist, nämlich auch großes Klang-Theater, beweisen die in den Tonträger eingeflochtenen Hörspiele mit stark dadaistischen Zügen. Diese brechen immer wieder aus den musikalischen Ausschweifungen des Langspielers aus, erzählen die Geschichte weiter und fügen sich so nahtlos in die Geschichte ein. Sie werden ein Rundum-Hörerlebnis in Händen halten.

BÜHNENMUSIK VON JOACHIM KUNZ ZU »UNDER COVER« IM SCHLOSSTHEATER MOERS – Ich möchte den Krefelder Pianisten Joachim Kunz vorstellen, der im Dezember seine Bühnenmusik-Premiere (Komposition und Performance) mit dem Theaterstück »Under Cover« im Schlosstheater Moers feierte. Joachim Kunz (Solo-Konzerte, Zusammenarbeit mit Duisburger Künstlern und lange Zeit Mitglied der Band Scott Schumachers Hüte Institut from Hell) gründete 2008 zusammen mit Andreas Lessenich und Michael Ashauer das Trio Askules, Krefeldern gut bekannt durch die Krefelder Jazznacht 2008 und 2012 und als Opener der Jazz Sessions im Jazzkeller. Leider ist »Under Cover« im Januar schon ausverkauft, aber es besteht noch die Möglichkeit, für den 1., 15. und 20. Februar Karten vorzubestellen.

»Ein facettenreiches, mutiges Theaterprojekt: emotional anrührend, aber auch informativ, mit witzigen, grotesk überzeichneten Momenten und hoffnungsvollem Ausgang« (WDR 5).

»Dass die Premierengäste von Barbara Wachendorffs Recherchestück ›Under Cover‹ am Samstagabend nicht depressiv, sondern eher glücklich und um ein Vielfaches reicher nach Hause gingen, ist einem jener Theaterabende geschuldet, an dem sich Schauspieler und Zuschauer ganz besonders intensiv begegnen. Elf Laienschauspieler, die alle ihre eigenen Erfahrungen mit der ›Volkskrankheit‹ Depression mitbringen, weben in dieser einzigartigen Theatercollage gemeinsam mit Frank Wickermann und Ensemblegast Heike Trinker ein komplexes Bild der ›Volkskrankheit‹ Depression. (…) Barbara Wachendorff deckt Schicht für Schicht des komplexen Themas auf, nichts bleibt unter der Decke. Sie klärt auf und lässt nachdenken – all das mit großer Menschenliebe. ›Ich bin verloren gegangen und habe mich nirgendwo wiedergefunden‹, heißt es in einem der eingespielten Zitate zu Beginn des Stückes. Einer von vielen Gänsehautmomenten. Auch dafür gab es am Ende des Stückes für Schauspieler und Regisseurin stehende Ovationen« (NRZ).