Tipp 16. bis 30.11.2013

Heidi MatthiasHeidi Matthias arbeitet seit 1995 im Frauenkulturbüro NRW mit Sitz in der Fabrik Heeder. Seit 9 Jahren ist sie Mitglied des Krefelder Stadtrats und kulturpolitische Sprecherin der Grünen. Hier ihre Kultur-Tipps für die zweite Novemberhälfte:

22. und 23. NOVEMBER: »FAST FAUST« IM KRESCHTHEATER UM 19:00 UHR – Der Titel mag viele abschrecken, vermutet man doch einen anstrengenden Abend mit schwerer Kost. Doch Franz Mestres Inszenierung des Stückes »Fast Faust« von Albert Frank nach Johann Wolfgang von Goethe ist von der ersten Minute an ein Feuerwerk an Überraschungen. Ein Stück zwischen Klassik und Komik, in der die Faust-Geschichte verblüffend anders (und im rasanten Tempo) erzählt wird. Die beiden einzigen (!) Akteure Frank Meyer und Angelo Micaela schaffen es, alle Figuren überzeugend zu verkörpern, bieten wunderbar unterhaltsames, spritziges Theater und am Ende ist der Zuschauer irritiert, wie viel Spaß Goethes große Tragödie machen kann.

NOCH BIS ZUM 1. DEZEMBER IN DER VILLA MERLÄNDER: DRUCKGRAFIKEN VON HEINRICH CAMPENDONK UND SEINEN MALERFREUNDEN – eine kleine, feine Ausstellung für alle Freunde des Expressionismus. Öffnungszeiten: Mittwoch 10:00 bis 12:00 Uhr, Sonntag 14:00 bis 17:00 Uhr

… und in dem Zusammenhang am
25. NOVEMBER: EIN VORTRAG DER VHS IN DER VILLA MERLÄNDER ÜBER DEN SAMMLER ALFRED FLECHTHEIM UM 19:00 UHR – Seit der erneuten Diskussion um Handelsgeschichte und Besitztitel so manches Werkes der klassischen Moderne oder des Expressionismus in deutschen Museen ist die Person des Kunsthändlers Alfred Flechtheim wieder in den Blickpunkt geraten. Er verkörperte wie kaum ein anderer die »Goldenen Zwanziger«. Schon vor dem Ersten Weltkrieg eröffnete er seine erste Galerie in Düsseldorf. Zu den Künstlern, die er dort besonders förderte, gehörte auch Heinrich Campendonk. Als exponierter Vertreter der Moderne wurde Alfred Flechtheim von den Nationalsozialisten angefeindet. »Kunstjude« wurde er genannt. Als Spekulant, der die Preise für die »entartete« Kunst zu seinen Gunsten in die Höhe getrieben habe, diffamierte ihn die gelenkte Presse. 1933 musste Flechtheim Deutschland verlassen.