Tipp 16. bis 30.6.2014

Birgitta HellerBirgitta Heller arbeitet als Kulturagentin an drei Krefelder Schulen und sorgt gemeinsam mit Schulleitungen, Lehrern und Schülern für mehr »Kulturelle Bildung« im Schulbetrieb. Workshops mit Künstlern, Theater- und Museumsbesuche, künstlerische Arbeit der Schüler am und im Schulgebäude werden projektiert und umgesetzt. Vor ihrer Tätigkeit als Kulturagentin hat die gelernte Schauspielerin in Innsbruck, Oldenburg und Oberhausen auf der Bühne gestanden und später Regie geführt. Sie leitete zwei große soziokulturelle Zentren, wovon sie eines – in Ostfriesland – eigenhändig mit aufgebaut hat. Seit vier Jahren lebt die gebürtige Österreicherin in Willich, sozusagen am Krefelder Stadtrand. Hier ihre persönlichen Tipps für die zweite Junihälfte:

20. JUNI »LOST IN SPACE« IN DER FABRIK HEEDER UM 11:00 UND 19:00 UHR – Wer Andreas Simon bei der künstlerischen Arbeit mit Schülern zusieht, erlebt eine Sternstunde der Begegnung von Schülern mit einem Künstler. Alle, und wirklich alle jungen Tänzer geben alles. Im Rahmen des bundesweiten Programms »Chance Tanz« zeigen die »Krefelder Helden«, Jungs zwischen 10 und 18 Jahren, eine Performance, die die Ästhetik des Schnellen aufgreift. Hier ein Werbeblock, da ein Sprung, eine neue Welle, ein flackerndes Bild, stets auf Speed, ständig auf dem Sprung. Und irgendwo mittendrin ist immer noch Platz für die Wahrheit. Ganz sicher eine Thematik, für die Andreas Simon, in Zusammenarbeit mit Patrick Decavele, perfekte und kraftvoll getanzte Bilder entwickelt hat.

28. JUNI »KULTUR FINDET STADT(T)« IN DER KREFELDER INNENSTADT AB 11:00 UHR – Als ich vor vier Jahren in die unmittelbare Umgebung von Krefeld zog, war das Open-Air-Kulturfest »Kultur findet Stadt(t)« meine erste Begegnung mit der Krefelder Kulturszene. Rund um die Dionysiuskirche, auf dem Theaterplatz, die Fußgängerzone hinauf und auch in den Seitengassen fand ich eine quirlige Mischung aus Tanz, Musik, Animation und Theater. Kurzweilig und vielfältig. Zum Mitmachen und Staunen, zum Amüsieren und Zuhören. Auch diesmal werde ich diese Atmosphäre genießen, mich von einer Bühnenfläche zu anderen treiben lassen und viele Künstler treffen, mit denen ich inzwischen zusammenarbeite und mit einigen von ihnen auch befreundet bin.

»LACHEN UND WEINEN« (UA), EIN BALLETT VON ROBERT NORTH MIT MUSIK VON FRÉDÉRIC CHOPIN UND FRANZ SCHUBERT IM KREFELDER STADTTHEATER – Ich habe mir fest vorgenommen, die aktuelle Produktion von Robert North zu besuchen. Bereits die erste besuchte Produktion des am Stadttheater arbeitenden Choreografen hat mich sehr beeindruckt. Mit betörender Leichtigkeit spüren die Tänzer den Emotionen und Situationen nach. Dass es dann die Musik von Chopin ist, fasziniert mich besonders, denn mit seinen Klavierwerken verbinde ich die nicht nur angenehme Erinnerung an meine eigene frühkindliche Ballettausbildung am Innsbrucker Landestheater. Jetzt dieser Musik wieder zu begegnen, mit einer ganz anderen tänzerischen Interpretation – das könnte mich versöhnen mit Chopin, und wahrscheinlich wird mich das Ballett wieder einmal restlos begeistern.