Tipp 1. bis 30.6.2016

Photo © OB Frank MeyerFrank Meyer wurde 1974 in Krefeld geboren. Seine Kindheit und Jugend hat er in Uerdingen verbracht, am dortigen Gymnasium am Stadtpark machte er sein Abitur. Er studierte an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und schloss als Diplom-Verwaltungswirt ab. Seine Stelle im Landesamt für Besoldung und Versorgung gab er aus freien Stücken auf und studierte erneut in Düsseldorf und Duisburg.
Als Master of Arts in Politikmanagement und Verwaltung wurde er Leiter des Wahlkreisbüros des Bundestagsabgeordneten Siegmund Ehrmann (SPD).
Politisch ist Frank Meyer seit 1992 in der SPD engagiert, wurde 1999 in den Krefelder Stadtrat gewählt und war ab 2009 Bürgermeister. Im Jahr 2015 wurde er mit 63,85 Prozent der Stimmen zum neuen Krefelder Oberbürgermeister gewählt.
Privat liest er gerne, mag Fernsehserien und ist großer Fußballfan (KFC, Liverpool).

 

Hier seine Kulturtipps für den Monat Juni:

Unsere Kulturszene ist das ganze Jahr über aktiv, lebendig und weithin sichtbar. Doch einmal im Jahr finden sich die Akteure in der Innenstadt bei »Kultur findet Stadt(t)« zusammen. Die städtischen Kulturinstitute und ihre Fördervereine, die freie Szene und viele Künstler unserer Stadt zeigen gemeinsam, welche Vielfalt und Energie in der hiesigen Kulturlandschaft steckt. Wer am 3. und 4. Juni in der Innenstadt unterwegs ist, trifft viele nette Menschen und bekommt spannende Einblicke – und natürlich Anregungen für künftige kulturelle Aktivitäten.

Theater ist oft dann besonders stark, wenn es sich mit gesellschaftlichen Realitäten auseinandersetzt und aktuelle Entwicklungen reflektiert. Insofern bin ich sehr froh, dass unser Stadttheater mit »Kein schöner Land« die Flüchtlingskrise zum Thema macht. Regisseur Matthias Gehrt und sein Team haben das mutige Projekt angestoßen: Über Monate haben sie gemeinsam mit den Autoren Lothar Kittstein und Hüseyin Michael Cirpici in Krefeld recherchiert, sind mit Flüchtlingen ins Gespräch gekommen und haben daraus ein Stück entwickelt. Im Juni ist dieses an vier Terminen – am 3. | 10. | 12. und 21.6. zu sehen – und für die kommende Spielzeit ist bereits eine Fortsetzung geplant.

Der Kabarettist Christian Ehring gehört zu den Krefeldern, die sich bundesweit einen Namen gemacht haben. Mit scharfem Verstand und spitzer Zunge haut Ehring – unter anderem im Satiremagazin Extra 3 – den Mächtigen ihre Fehlleistungen um die Ohren. Am 5. Juni tritt er mal wieder in seiner Heimatstadt auf und zeigt in der Kulturfabrik sein Programm »Keine weiteren Fragen«. Mir fallen gleich drei Gründe ein, dort hinzugehen. Erstens ist Christian Ehring ein Garant für lustige Abende mit Anspruch und politischem Biss. Zweitens ist die Kufa, die so fleißig und engagiert von Ehrenamtlern betrieben wird, immer eine Reise wert. Und drittens kommt der Erlös des Abends dem Krefelder Kinderschutzbund zugute.

Michael Grosse hat seit seinem Amtsantritt klar gemacht, dass er als Generalintendant des Theaters wenig von Schubladendenken und Gartenzäunen hält. Zur freien Szene unterhält er rege Kontakte und verdeutlicht diese Haltung nun mit einem neuen Format: Parallel zum Theaterfest am 25. Juni wird es ein Krefelder Theatertreffen geben. Vom Theater Blaues Haus bis zum KRESCHtheater, vom Theater Hintenlinks bis zum TAM, vom Podio bis zu den Pappköpp werden Krefelds Theatermacher einen Tag lang ihre Vielseitigkeit und künstlerische Qualität unter Beweis stellen. Jede Menge Raum für erfreuliches Wiedersehen und neue Entdeckungen.

Mit dem letzten Tipp muss ich in zeitlicher Hinsicht etwas mogeln: Denn eigentlich wird unser neues Kaiser-Wilhelm-Museum erst am 2. Juli eröffnet. Da es sich jedoch vermutlich um das Krefelder Kulturereignis des Jahres handeln wird, gehört es zwingend in diese Tipps. Mehr als sechs Jahre lang war das Haus geschlossen und hat Anfang April mit KWM pur ein triumphales Comeback gefeiert. Rund 12.000 Menschen ließen sich von den wunderbaren Räumen begeistern. Am 2. Juli zieht endlich auch die Kunst wieder ein: Wir erleben »Das Abenteuer unserer Sammlung«. Ich bin überzeugt, dass sich die Krefelderinnen und Krefelder auf dieses Abenteuer einlassen und das Museum wieder seinen festen Platz im gesellschaftlichen Leben der Stadt erobert.