Tipp 1. bis 28.2.2015

Annette Paetz genannt SchieckAnnette Paetz genannt Schieck ist seit April 2012 die Leiterin des Deutschen Textilmuseums Krefeld. Hier sind ihre persönlichen Tipps für Februar:

Zum Glück darf ein Kultur-Tipp ja auch in eigener Sache ausgesprochen werden. Dies möchte ich nutzen, um auf die Ausstellung des Deutschen Textilmuseums Krefeld hinzuweisen, die am Sonntag, den 1. Februar eröffnet wird und bis zum 3. Mai läuft. Titel der Ausstellung ist »European Art Quilts VIII und Stepparbeiten aus eigener Sammlung«. Gezeigt werden Künstlerquilts, die in den letzten zwei Jahren geschaffen wurden und die von einer Jury aus etwa 140 Einsendungen ausgewählt wurden. Die Stepparbeiten aus eigener Sammlung dienen dazu, die historische Technik, ihre Herkunft und Geschichte darzustellen. Rund um diese Ausstellung finden Workshops für Kinder und Erwachsene statt, es werden Sonderführungen abgehalten und eine Benefizaktion gestartet.
Das Museum verfügt über eine in Deutschland einzigartige Textilsammlung mit annähernd 30.000 Objekten – die ältesten stammen aus dem pharaonischen Ägypten, die jüngeren aus Paris. Der Grundstein für diese Sammlung wurde vor nunmehr 135 Jahren an der Höheren Webeschule, dem Vorgänger der Hochschule Niederrhein, gelegt. Die Textilien aus allen Epochen, Kulturen und von allen Kontinenten, dienten den Schülern als Studienmaterial und Inspiration für die in Krefeld so bedeutende Seidenweberei. Im Jahr 1980 wurde diese auch international bekannte Sammlung von der Hochschule losgelöst und erhielt den Status eines Museums. Nichts drückte den Stolz der Stadt besser aus, als der seinerzeit neu gewählte Name »Deutsches Textilmuseum«. In seinen Wechselausstellungen zeigt das Museum ein abwechslungsreiches Repertoire an textiler Kunst, ethnologischen Objekten, historischer Bekleidung und Mode. In der nächsten Zeit stehen die Objekte aus eigener Sammlung im Fokus: Stepparbeiten, japanische Kimono des 18. und 19. Jahrhunderts und Seidengewebe aus allen Epochen werden mit aktuellen Kunstwerken, modernen Möbeln und historischen Fotografien kombiniert.

In dem gleichen Zeitraum, am 5. Februar um 19:00 Uhr, hält Dr. Isa Fleischmann-Heck den Vortrag »Künstler versus Musterzeichner – Textile Kunst und Industrie in Krefeld zu Beginn des 20. Jahrhunderts«. Diese Veranstaltung findet im Museum Haus Esters statt und ist eine Kooperation des Textilmuseums mit den Kunstmuseen Krefeld.

Mein dritter Kulturtipp ist ein weiterer Besuch in einem Linner Museum, dem Archäologischen Museum des Museum Burg Linn. Dort wird seit dem 25. Januar und bis zum 3. Mai die Ausstellung »Krefeld und die Religionsfreiheit – 400 Jahre Toleranz in einer niederrheinischen Stadt« gezeigt. Bei ihrer Konzeption war nicht absehbar, dass dieses Thema kurz vor der Eröffnung eine solche Aktualität bekommen würde. Doch sind hier nicht die jüngsten Ereignisse thematisiert, sondern die spezielle Geschichte dieser Stadt, die der Ansiedlung von Religionsflüchtlingen ihren einstmals großen Wohlstand verdankt. Die größte Erkenntnis aus dieser Ausstellung ist für mich, dass die erste Übersetzung des Koran aus dem Arabischen ins Deutsche von einem Krefelder Rabbiner erstellt wurde.

Für die, die neben Karneval auch noch eine andere Abwechslung suchen, empfiehlt sich am Valentinstag, dem 14. Februar, ein romantischer Nachmittag im Krefelder Zoo, mit Rosen, Sekt, Fingerfood und einer Führung. Mit etwas Glück kann man dem Gorilla Kidogo beim Seiltanzen zusehen.