Tipp 1. bis 15.1.2014

Martin R. BeckerDer Künstler Martin R. Becker, Jahrgang 1949, in Saarbrücken geboren und aufgewachsen, Schüler von Richard Eberle, Jo Enzweiler und Horst Linn, lebt seit 1974 in Krefeld. Er ist Gründungsmitglied (1975) und Vorstandsmitglied der Gemeinschaft Krefelder Künstler, tätiges Mitglied auch in anderen sich der Kunst verschreibenden Vereinen und Initiativen, so aktuell auch im BBK-Niederrhein. 2014 nimmt er im Mai zum wiederholten Mal an der internationalen Kunstmesse Huntenkunst in Ulft/NL teil, zeigt im Juni im GKK-Kunstspektrum Krefeld in einer Übersichtsschau Werke aus 30 Jahren und im Herbst im Nikolaus-Stift in Wesel seine neuesten QR-Code-Artworks.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, davon gab es an den Feiertagen zur Genüge. Jetzt hungert der Geist und wo findet er beste Nahrung: in der Kunst! Die noch reichhaltige Krefelder Kunstszene bietet eine Reihe guter Orte; drei lege ich Ihnen besonders ans Herz.

AUSSTELLUNG »SCHWEBEN« VON BRIGITTE BALDAUF IN DER GALERIE META WEBER
Wir kennen sie als Malerin starkfarbiger, abstrakter Arbeiten in Alla-Prima-Technik. Dabei lotet Brigitte Baldauf die Spannung zwischen dem Gestischen und dem Gegenständlichen aus. Zu dieser Serie allerdings hat sie ihre Malweise diszipliniert, beschreibt sie das Malen als einen lange dauernden Prozess, bei dem sie Schicht um Schicht Farbe aufträgt, Lasuren legt und letzte Glanzlichter aufsetzt. Ein künstlerisch traditionelles Verfahren, scheinbar antiquiert, aber mit überraschender Themenstellung. So zeigt uns die Künstlerin Landschaften mit stehenden Gewässern, in denen Fremdes – sie nennt es »Gelege« – auf der Wasserhaut schwebt. Spüren Sie dem Zauber der Landschaften nach und lassen Sie sich in diese Bildwelten hineinziehen bei einem Besuch ihrer Ausstellung in der Galerie Meta Weber. Dort trifft man meist Gleichgesinnte, mit denen man leicht ins Gespräch kommen kann. Die Ausstellung läuft noch bis zum 21. Januar.

INSTALLATION VON MONIKA NELLES IN DER PFÖRTNERLOGE DER FABRIK HEEDER
»Die Pförtnerloge des Leuchtturmwärters«
, so der Titel der Installation von Monika Nelles in der Pförtnerloge, ist das vierte Projekt des vom BBK-Niederrhein in Kooperation mit dem Kulturbüro durchgeführten Raumkonzepts »Pförtnerloge«. Diese Installation, so stimmig in diese Jahreszeit verlegt, erschließt sich von außen und schon von Weitem. Beleuchtete Kästen mit farbigem Wasser in den Fensternischen aufgereiht verströmen Licht in die Dunkelheit. Wie die Leuchttürme an den Küsten lotst dieses Licht die im Stadtmeer Treibenden in den Hafen der Kunst; eine Arbeit voller Poesie, die Sinne ansprechend, zum Nachdenken anregend. Zur Finissage am Freitag, den 17. Januar 2014, spielt Gerd Rieger am Akkordeon auf und singt von Sehnsucht getragene Seemannslieder. Lassen Sie sich an diesem Abend in der Pförtnerloge des Leuchtturmwärters mitreißen von den großen Gefühlen der Seeleute; um uns herum nicht das Meer, sondern die Stadt Krefeld.

10. JANUAR: VERNISSAGE VON ANNETTE BALTZER IM GKK-KUNST-SPEKTRUM UM 20:00 UHR – Bei dieser Ausstellung »Von Skizze zu Bild« wird die Künstlerin Annette Baltzer zeigen, wie ihre Bilder entstehen, wie sie aus eher kleinformatigen, vor Ort gemachten Bleistiftskizzen ihre gemalten Bilder entwickelt. Eine Skizze in der Natur, schnell hingeworfen – das ist ihr wichtig – hält anderes fest als ein Foto. Freihand überträgt sie die Skizze auf die Leinwand, bewusst Ungenauigkeiten in Kauf nehmend. Nicht die Naturtreue, sondern die Stimmigkeit ist ihr wichtig. Auch die Farbigkeit, das »Füllen« der Räume zwischen den Linien, folgt nur noch dem Erinnerten und dem dann für richtig entschiedenen. So erhalten die Farbflecke gerade so viel Autonomie, dass der Gegenstand nicht ganz verschwindet. Diese Balance lotet sie aus. Lassen wir uns überraschen. Dr. Krausch, ein Kenner der Krefelder Kunstszene und bekannt durch seine Vorträge an verschiedenen Orten, wird in die Ausstellung einführen.

12. UND 14. JANUAR: SONGDRAMA »EWIG JUNG« VON ERIK GEDEON IM THEATER KREFELD – Vor einigen Tage konnten wir vernehmen, dass Keith Richards seinen 70. Geburtstag feierte. Wie es wohl zugeht, wenn diese Generation der 60er-Jahre ins Altenheim kommt, davon vermittelt dieses Theaterstück einen Eindruck. Anarchie im Altenheim, kaum ist die Betreuungskraft mit frommen Weisen und Bewegungstherapie entschwunden, werden die ewig jungen Erinnerungen wach, da ertönt das Liebeslied zum Rock ‘n’ Roll, macht ein Joint die Runde, wird »Imagine« angestimmt oder »Stayin’ Alive« beschworen. Alt-Hippie Herr Linke, gespielt von Adrian Linke, und Rocklady Frau Keil, gespielt von Esther Keil, zeigen eine ungeahnte Spiellust, Herr Kilian hat immer noch die alten Songs im Blut und in den Fingern und auch die anderen Vier stehen dem in nichts nach. Gesichter, gealtert, desillusioniert, der Körper macht schlapp, die Artikulationsfähigkeit hat gelitten, Körperfunktionen geraten außer Kontrolle, aber der Geist ist noch wach und »ewig jung« geblieben. Bevor jedoch mit roter Fahne und Molotowcocktails das nächste Altenheim gestürmt wird und die Alten aus ihren Zwängen befreit werden … aber sehen Sie selbst!